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DEUTSCHE KUNST.
der nahen Heerde einen Büffel wüthend gemacht, der sich mit mächtigenSprüngen darauf stürzt; doch blieb der Mutter so viel Zeit, das Kindherauszureifsen und mit ihrem Leibe zu bedecken, und während zweiSchritte von hier das rasende Thicr in blindem Grimm Korb und Tuchzerstampft, ist ein Landmann herbeigesprengt, um mit hochgeschwungenerPike dem Stiere den Rest zu geben. Aus der Tiefe der Landschaft eilenzwei Gefährten in vollem Rosseslaufe daher. Wahrheit und schöne Mäfsi-gung des Ausdrucks zeichnen, nächst einer sorgfältigen Behandlung, diesesschöne und gesunde Werk besonders aus. Ein kleineres Bild desselbenKünstlers, Landmädchen darstellend, welche die Tarantella tanzen, die einBauer zu Pferde auf der Mandoline spielt, ist ungemein lieblich, und deran die schönsten Berghems erinnernde Farbenton sehr wohlthuend. Sehrgraziös ist ein tambourinschlagendes Mädchen von demselben.
MARKO. Seine Landschaft ist die schönste von allen Landschaften die-ser Ausstellung. Sie vereint in sich alle Vorzüge: Schönheit der Compo-sition, kräftige und dabei zarte Pinselführung, durchsichtiges und frischesColorit, Anmuth der Formen. Die Figuren dieses Gemäldes sind gut ge-zeichnet: es stellt eine Taufhandlung dar.
MEYER-ATTENHOFER, ein Schweizer; Aquarellmaler. Eine Schwei-zerlandschaft und fünf Römische Studien.
MÜLLER, ein Schweizer; Aquarellmaler. Eine felsige Ebene im Mor-genregen und die Akropolis auf der andern Seite.
RITTIG. Eine Allegorie aus dem 98sten Psalme. Dieses Gemälde ist sehrfigurenreich, und sorgfältig ausgeführt. Es trägt das Gepräge würdiger undernster Gefühle seines Urhebers: aber es drückt nicht klar genug aus, was esausdrücken soll. In unseren Tagen müfsen religiöse Gemälde ihre wesent-lichen Bedingungen vollkommen erfüllen, oder sie verfehlen ihre Wirkung.
Ein apokalyptisches Bild desselben ist sehr mühsam und figurenreich,aber unklar und im Stoffe verfehlt, der, wenn nicht mit überwältigenderGrofsartigkeit behandelt, lieber unbenutzt bleiben sollte.