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DEUTSCHE KUNST.
das unter dem Namen »Italia und Germania« * bekannte, in der Galeriezu Schleifsheini aufgestellte, zweier Mädchen (halbe Figuren), von denendie eine blonde der andern brünetten sich vertraulich naht. Das eigent-liche Motiv dieses schönen Gemäldes ist nicht ganz klar; wir glauben, wieoben erwähnt ist, dafs die ursprüngliche Idee Pforr gehört, dessen Gruppeals »Freundschaft« gedeutet wird. Dafs Italien und Deutschland gemeintseien, dafür spricht, aufser dem blonden und brünetten Haare und Teint,der Charakter der Landschaft im Hintergrunde; dafs aber beide sich aufdas Verhältnis zweier sich ausschliefsenden und doch unzertrennlichen Nei-gungen im Künstler selbst beziehen, das sagt ein Brief von ihm an denfrühern Besitzer, Herrn Wenner, in welchem er sich ausführlich, wennauch nicht ganz entschieden, über den Inhalt und Charakter des Bildesausspricht.
Um das Jahr 1826 fertigte Overbeck zwei Zeichnungen, die Predigt desJohannes** und Christus und die Kinder***, die, als sie nach Deutsch-land kamen, um so mehr Bewunderung erregten, als namentlich erstereden Künstler von einer bisher unbekannten Seite kennen lehrte. Dafs derMaler der Anmuth Kindernaturen zu schildern und sein frommer Sinn ihrVerhältnis zum Heiland, ihre Unschuld, ihr Vertrauen, ihre Blödigkeit, ihrekluge Sicherheit zu würdigen wifsen würde, konnte nicht überraschen: dafser aber den Eindruck, den der Aufruf des Johannes zur Bufse auf die un-bufsfertigen und hartherzigen Juden machen muste, mit solcher Energiedarzustellen vermöchte, als ers im o. a. Werke gethan, darauf deutet keinfrüheres hin. Wahrhaft ergreifend sind die Zustände der Pharisäer, diesesInsichversinken, das widerstreben Wollen und nicht Können, selbst dieoffene Beschämung gezeichnet; wogegen die Gestalt des Johannes selbst,und noch mehr die einiger Zuhörer rechts, in gleicher Kraft nicht gedacht
* Lithographiert von Hoff in Frankfurt.** Lithographiert von Jos. Völlinger.*** Lithographiert von Wintcrhalter.
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