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DEUTSCHE KUNST.
Rom und der Umgegend bekannt, ursprünglich für den geistlichen Standbestimmt, unter Öser in Leipzig zum Künstler gebildet, ist seit 1789 inRom. Seine Gestalt und seine Gesichtszüge haben etwas Ehrfurchtgebie-tendes; dabei ist sein ganzes Wesen anziehend, so dafs ihn sogar alle Rö-mer, trotz seines scharf ausgesprochenen Protestantismus, gern haben, undseinen Umgang suchen. In seinen Landschaften, vornämlich in Federzeich-nungen und Radierungen, von denen er mit Dies und Mechau 12 Hefteherausgegeben, spricht sich sein kräftiger Sinn deutlich aus. EinfacheSchönheit ist der Grundcharakter seiner Bilder. Detail der Zeichnung darfman so wenig darin suchen, als eigenthümliche, überraschende Motive. For-men und Conceptionen sind mehr conventionell, als unmittelbar der Naturentnommen. Ganz vorzüglich gelingt ihm die Anordnung grofser, vollerBaumgruppen und reicher Vorgründe. Seine Färbung mahnt an Poussin.
MARTIN VON RHODEN, geboren 1775, bildet dazu gewissermafsenden Gegensatz; sein Hauptaugenmerk ist ein originelles Motiv, möglichstins Einzelne durchgeführte Zeichnung und fleifsige Ausbildung aller Theile.Ich erinnere mich eines Gemäldes von ihm, in dem er den Gesammtein-druck Italiens mit seinen Öl- und Orangenwäldern, seinen Felsengrotten,Weinlauben, Cactus und Feigenbäumen, mit seinen duftigen Bergen undseinem glänzenden Meere zu schildern versucht, das mit einem Fleifseund einer Detaillierung ausgeführt war, dafs man meinte, an den stunden-weit entfernten Citronenbäumen die Blätter zählen zu können. Noch im-mer ist Rhoden in Rom beschäftigt, aber nur selten kömmt ein Werk sei-ner Hand auf Deutsche Kunstausstellungen. Die meisten seiner Gemäldefindet man in Kassel, im Besitze des Kurfürsten. Eines der schönsten, ge-segnete Thäler einer anmuthigen Gegend, war 1837 in Rom ausgestellt,und sprach durch poetische Erfindung besonders an.
LOTSCH, aus Baden, ist hauptsächlich seines guten Humors wegen un-ter seinen Zeit- und Altersgenofsen gekannt. Die ergötzlichsten Caricatu-ren auf neue Philosopheme oder sonstige Ereignisse des wifsenschaftlichen