Druckschrift 
3 (1841) Berlin, Dresden, Hamburg, Mecklenburg, Weimar, Halberstadt und Göttingen : mit einem Anhange: Ausflüge nach Holland, Belgien, England, Schweiz, Polen, Russland, Schweden, Dänemark und Nord-Amerika
Entstehung
Seite
298
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

298

ROM.

angehört, dastehen; allein es steht ihr doch auch nicht als ein durchausFremdes, nur Geträumtes gegenüber. In Erz gegossen wird es auf demWitteisbacher Platz in München aufgestellt werden.

Aus derselben Richtung sind nun auch die beiden Ehrenbildsäulen Gut-tenbergs und Schillers hervorgegangen. Beide nähern sich äufserlich demCostum der Zeit, in der diese gelebt. Der Erfinder der Buchdruckerkunst,dessen in Erz gegofsene Statue 1838 in Mainz aufgestellt worden, steht,mit der beweglichen Type in der Hand, auf einem Postament, an dessenSeitenflächen mehrere die Geschichte der von ihm erfundenen Kunst betref-fende Handlungen dargestellt sind.

Was die Bildsäule Schillers betrifft, die, in Erz gegofsen, seit dem 9tenMai, an welchem Tage sie feierlich enthüllt worden, auf hohem Fufsgestelleden alten Schlofsplatz zu Stuttgart ziert, so bedauern einige von dessennoch lebenden persönlichen Freunden, dafs Thorwaldsen ihn nicht von An-gesicht gekannt habe; er würde, meinen sie, den Mann, der seine Felsen -stirne immer aufrecht trug, nicht in gebückter Stellung abgebildet haben.Andere, die sich noch aus jungen Jahren des erhebenden Eindrucks erin-nern, den seine Gedichte auf sie gemacht, des Feuers, das er in ihrenHerzen angezündet, wollen sich auch mit der fast schwermüthigen Hal-tung, die der Künstler ihm gegeben, nicht versöhnen, während noch An-dere gerade in diesem Insichversunkensein des Dichters dessen Abgeschlos-senheit gegen das wirkliche Leben, sein Schwelgen im Reiche des Idealenwiedererkennen. Gewiss ist, dafs die bescheidene, anspruchlose Stellung,in der wir Schillern hier auftreten sehen, dem Manne wohl ansteht, der,wie hoch er über seinen Zeitgenofsen und über dem alltäglichen Lebenist, doch nie sich über den Geringsten äufserlich erheben mochte, unddafs wir dieser Gestalt deutlich ansehen, dafs ihr Leben ein innerlicheswar. Mit dem Lorbeer das Haupt umwunden, in der Rechten den Griffel,in der herabhangenden Linken ein Buch, in das er geschrieben zu habenscheint, steht er nachsinnend da, den Mantel unter dem linken Arm nach