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ROM.
BILDNISSE UND BILDNISSTATUEN.
Von der grofsen Reihe von Bildnissen, unter denen diejenigen sehr vie-ler Europäischer Fürsten, namentlich auch des Kaisers Alexander, der sichaufserdem nie entschlofsen haben soll, einem Künstler zu sitzen, sich befin-den, ein Verzeichnis zu geben, liegt aufser den Grenzen dieser Darstellung.Idealisierung mit Individualität ist überall der Grundcharakter. Unter denhieher gehörigen Statuen zeichnen sich die sitzende der Gräfin Oster-mann, noch mehr aber die stehenden, der Prinzessin Amalie Caroline vonDänemark und der Fürstin Baryatinsky, und zwar letztere durch eine demAdel antiker Musenstatuen vergleichbare Schönheit aus. Gröfsere Kunstnoch zeigte Thorwaldsen in Bildnisstatuen, die für Denkmale bestimmt sind.Hier ist vor Allen die des Nicolaus Copernicus zu nennen, die auf Kosteneines Privatmannes, des Polnischen Gelehrten Stanislaus Stasic, beschafftund in Erz gegofsen, seit dem Uten May 1830 den Platz vor dem Univer-sitätsgebäude zu Warschau ziert. Der grofse Astronom, in einfach edler,doch idealer Tracht, ist sitzend vorgestellt; die Linke hält das Astrolabium,die Rechte den Zirkel; den Blick nach oben gewandt, scheint er die Maafseder Räume und Entfernungen auf jenem anzugeben. Die Tiefe der Auf-fafsung, die Einfachheit und Charakteristik in der Darstellung, die Wahr-heit, Deutlichkeit und Schönheit jeder Bewegung, die grofse Ruhe und Har-monie , die über diese Statue ausgegofsen sind, machen sie zu einer dervorzüglichsten, die wir der neuern Kunst verdanken. Nächstdem mufs dieStatue des in seinem 22sten Jahre verstorbenen Grafen Vladimir Potockigenannt werden. Die körperliche Schönheit des jungen Mannes wird ge-wöhnlich als Grund dafür angegeben, dafs Thorwaldsen diese Statue, diein der Kathedrale von Krakau aufgerichtet worden, in einem leichten Über-wurf, der einen grofsen Theil des Körpers unbekleidet läfst, dargestellt hat.Altgriechische Waffen stehen am Boden, und nur der Polnische Adler am