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3 (1841) Berlin, Dresden, Hamburg, Mecklenburg, Weimar, Halberstadt und Göttingen : mit einem Anhange: Ausflüge nach Holland, Belgien, England, Schweiz, Polen, Russland, Schweden, Dänemark und Nord-Amerika
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DEUTSCHE KUNST.

wo Selbsterkenntnis, gänzliche Umkehrung und Bufse gepredigt und zurBedingung der Wiedergeburt und ewiger Seligkeit gemacht wird, da wer-den Aufmerksamkeit, Theilnahme und Widerspruch ohne tiefbewegtes Ge-müth sich nicht äufsern können. Bei der grofsen Rücksicht, welche dieSculptur, ihrem Wesen nach, auf die Form, auf das Äufsere der Gestaltnehmen mufs, drängt sich allerdings die Frage auf, wie weit überhaupteine Christlich-religiöse Sculptur möglich sei?

Thorwaldsen ist auch vor der höchsten Aufgabe in dieser Beziehungnicht zurückgetreten, auch Christum hat er dargestellt. Schon im Jahre1819 hatte er von der Commission des Schlofsbaues in Kopenhagen dieBestellung eines für den Altar der Schlofskapelle bestimmten Christusbil-des erhalten. 1821 war das kolossale Modell vollendet, nachdem er man-chen Entwurf dazu gemacht und wieder verworfen hatte. Es hat demKünstler daran gelegen, die schönste Bedeutung des Heilandes der Weltaufzufinden, und den Zeitpunkt seiner gänzlichen Vollendung zu treffen.Deshalb dürfen wir als Motiv seiner Auffafsnng die Erscheinung bei denJüngern nach der Auferstehung annehmen, wo er mit verklärtem Leibe un-ter sie tritt, mit den Worten: »Friede sei mit Euch!« Im Jahre 1837 wardiese Statue in kolossaler Gröfse, nebst den dazu gehörigen gleich grofsender zwölf Apostel, in Marmor ausgeführt. Der Heiland, nur mit einemübergeworfenen Mantel bedeckt, der die rechte Brust und den rechten Armblofs läfst, steht mit gesenktem Haupte und halbgesenkten offenen Armenvor uns; eine hohe Würde und reine Milde sprechen sich in jedem Zugeund jeder Bewegung aus, die ganze Erscheinung hat etwas Übernatürliches,Göttliches. Die verschiedensten Urtheile sind über diese Arbeit gehörtworden. Ohne selbst die Zahl derselben vermehren zu wollen, bemerkenwir nur, dafs es noch keinem Künstler gelungen, ein allgemein befriedi-gendes Bild des Heilandes zu schaffen, und dafs es, nach dem Ausspruchdes Kirchenvaters Eusebius, nie einem gelingen wird.