,-v/- 1 ""
291
DEUTSCHE KUNST.
mit Kränzen und Geschenken als Belohnung bezeichnet. — Ganz klar imSinne, sowie ganz glücklich in der Wahl sind dagegen einige Compositio-nen von symbolischem Charakter, die wir, obschon ihr Stoff dem altenTestamente entnommen ist, doch, da er keine dogmatische Beziehung hat,in die Reihe poetischer Darstellungen setzen müfsen. Vor Allen gilt diefsvon dem Relief an dem Grabmal des Augenarztes Andrea Vacca im Camposanto zu Pisa, auf welchem die Heilung des blinden Tobias durch seinenSohn abgebildet ist; sodann von der grofsen, für das Rathhaus zu Kopen-hagen bestimmten Composition, dem Urtheile Salomonis, die, wenn sienach dem Entwürfe, der um das Jahr 1837 in der Werkstatt des Künstlerszu Rom zu sehen war, zur Ausführung kömmt, eins seiner allerimposan-testen Werke werden wird. Der flache Giebel gab die Form der Anord-nung und auch wohl die Erweiterung der eigentlichen Handlung durchzwei Reihen Beisitzer des Gerichts zu beiden Seiten.
CHRISTLICH - RELIGIÖSE DARSTELLUNGETf.
Das erste hieher gehörige Werk ist, wenn wir die Jugendarbeiten über-gehen, der Taufstein, den Thorwaldsen 1807 für die Kirche zu Brahe-Trol-leburg in Fünen, und dann noch einmal als Geschenk für das Land seinerVäter, für die Kirche zu Myklabye auf Island 1827 in Marmor ausführte.Es ist ein grofser Würfel, dessen vier Seiten mit Reliefs geschmückt sind,davon das eine die heilige Familie, nämlich Maria mit dem Christus- undJohanneskinde, das andre die Taufe Christi durch Johannes vorstellt. Aufder dritten ist der Heiland, die Kinder segnend, und auf der vierten einKranz dreier schwebender Engelsknaben abgebildet, in denen man Glaube,Hoffnung und Liebe erkennen zu müfsen gemeint hat. Die dichterischeConception des Ganzen leuchtet sogleich ein; die Anordnung der einzel-nen Bilder, namentlich der Engelsknaben, ist anmuthig und schön, selbstdie Zartheit der Motive in einzelnen Gestalten, z. B. der das Kind sanft