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3 (1841) Berlin, Dresden, Hamburg, Mecklenburg, Weimar, Halberstadt und Göttingen : mit einem Anhange: Ausflüge nach Holland, Belgien, England, Schweiz, Polen, Russland, Schweden, Dänemark und Nord-Amerika
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DEUTSCHE KUNST.

Nach einer etwaigen Eintheilung derselben in Büsten, Statuen, Reliefs,müsten wir mit Ja antworten; in jeder der genannten Abtheilungen grofs,zeigt er sich in keiner schwächer, als in der andern: seine Büsten sindähnlich, von grofser Naturwahrheit und doch von grofsem, idealem Charak-ter; seine Statuen nehmen sich von allen Seiten gut aus; in seinen Reliefsist das Prinzip der Altgriechischen, in der Fläche zu componieren, mitgrofser Consequenz durchgeführt. Gründlichkeit des Studiums, vollendeteAusführung ist überall in seinen Werken sichtbar, sowie allen die ange-nehme, weder zu glatte, noch zu rohe Behandlung des Marmors, wodurchdieser Weichheit erhält, ohne an seiner Festigkeit zu verlieren, eigen ist *.Sondern wir aber seine Darstellungen dem Inhalte nach in Darstellungenaus dem Leben und der Geschichte, ferner in mythologische, allegorischeund Christliche, so werden wir Abstufungen seines Talentes gewahr, dieam bestimmtesten bei Werken von monumentalem Charakter hervortreten.

Wie oben schon erwähnt, war der nächste Erfolg der Einwirkung antikerPlastik auf ihn ein tieferes Eingehn in die Natur, in die Construction desmenschlichen Körpers, seiner Formen und Bewegungen; noch mehr eineklare Erkenntnis der der Natur inwohnenden unerschöpflichen Fülle vonSchönheit, Anmuth und jeglichem Reiz. In der Auffafsung des unmittelbaren

* Thorwaldsen bearbeitet fast niemals selber den Marmor. Es giebt eine grofsc Anzahlseiner Bildwerke, an welche er nicht die Hand gelegt hat. Er macht das Modell für sie,und beaufsichtigt die Ausführung. Ich habe ihn im Jahre 1821 mehrmals in seiner Werk-stätte besucht. Er ging von einem Arbeiter zum andern, und bezeichnete mit Bleistift dieStellen, welche verbefsert oder vollendet werden sollten. Auf diese Weise habe ich ihn beider Statue des Ganymcdes zu Werke gehen sehen, welche er für mich gemacht hat, undvon welcher ich hier einen Umrifs in Steindruck beifüge, nach einer Zeichnung, die er mirim Jahre 1818 sandte. Der Brief, welcher sie begleitete, ist vom 6. November. Es ist übri-gens allgemein bekannt, dafs Thorwaldsen die aus seiner Werkstätte hervorgehenden Bild-werke nicht selber anrührt: anders verhielt es sich dagegen mit Canova, der, wenn seine Ar-beiter eine Statue nach seinem Gypsmodell ausgeführt hatten, sich einen Monat oder längermit ihr einschlofs, um die letzte Hand daran zu legen. Ich will hiemit keine BeurtheilungCanova's oder Thorwaldsens aussprechen: ich berichte nur Thatsachen, welche, meines Erach-tens, nicht ohne geschichtliche Bedeutung sind.

Anmerkung des Verfafsers dieses Werkes.