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3 (1841) Berlin, Dresden, Hamburg, Mecklenburg, Weimar, Halberstadt und Göttingen : mit einem Anhange: Ausflüge nach Holland, Belgien, England, Schweiz, Polen, Russland, Schweden, Dänemark und Nord-Amerika
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ROM.

Künstler, der nach seiner und der übrigen Akademiker Meinung die vor-züglichste Composition geliefert, bei Vertheilung der goldenen Medaille,zu Gunsten eines andern, nach derselben Meinung unfähigen, aber wegenVerwandtschaft vom Professor Abilgaard begünstigten Schülers der Akade-mie, übergangen wurde, erklärte er sich laut gegen diese Ungerechtigkeit,und wies, obschon der Prinz die Preise selbst vertheilte, die ihm zuer-kannte Belohnung zurück. Hiemit war jedes Verhältnis zum Prinzen undzur Akademie abgebrochen. In seiner Kunst höchste Aufmunterung und ein-zige Belohnung findend, wollte Carstens auch nur ihr die Erlangung sei-ner weitgesteckten Ziele verdanken, wies deshalb ein neues Entgegenkom-men der Akademie, die sein Talent zu würdigen wüste, entschieden vonsich, und suchte sich durch Bildnismalerei die Mittel seiner höhern Aus-bildung zu verschaffen.

Nach siebenjährigem Aufenthalt in Kopenhagen, hatte er es endlich biszur ersehnten Reise nach Italien gebracht. Im Frühjahr 1783 ging er überdie Alpen. Die ersten gröfseren Werke der Kunst, die er sah, waren dieFresken des GM. Romano in Mantua, und so grofs war der Eindruck, dender in ihnen sichtbare Geist der Rafaelischen Schule auf ihn machte, dafser vier Wochen lang täglich viele Stunden im Palazzo del T verweilte,um die geistreichen Erfindungen, das Feuer ihrer Darstellung, das Grofseihres Styls seiner Einbildungskraft lebhaft und dauernd einzuprägen. Lei-der war Mantua das Ziel seiner Reise. Nicht ohne Mühe konnte er mitdem Rest seiner Ersparnisse Deutschland wiedererreichen.

In Lübeck, wohin er sich wandte, verlebte nun Carstens fünf Jahre;zwar innerlich froh und reich durch seine Kunst und das stete Wachsthumin ihr, aber äufserlich unter dem Drucke der bittersten Armut, die ihm oftdie nöthigsten Lebensbedürfnisse versagte. Aus dieser Noth rifs ihn einedler Menschenfreund, der Rathsherr M. Rodde, dem er durch den Dich-ter Overbeck bekannt geworden, und der die Mittel und den guten Willenbesafs, den Lebensweg eines so aufserordentlichen Menschen zu ebnen.