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ROM.
den er gebaut und angeordnet, einen von seinen Vorgängern sehr abwei-chenden lobenswerthen Sinn für Feinheit, Einfachheit und Schönheit ge-zeigt hat *.
Die zweite Periode der neuen Deutschen Kunst in Rom fällt in 1810 unddie folgenden Jahre, wo Cornelius, Overbeck, die Brüder Veit, W. Scha-dow, J. Schnorr u. A. dort in gemeinschaftlichen Bestrebungen und zu ge-meinschaftlicher Thätigkeit sich zusammengefunden. In ihnen und in ihrenWerken lebt das um jene Zeit in Deutschland zum Höhepunkt gesteigerteNationalgefühl, und mit ihm, oder statt seiner, kirchlich religiöse Begei-sterung. Bis auf Wenige, erlebten sie das Glück, dem öffentlichen Lebenim Vaterlande dienen zu können. Ihre allmälige Rückkehr schliefst diesenZeitraum.
Die dritte Periode, wenn wir die Gegenwart bis etwa 1830 rückwärtsso nennen dürfen, wird durch das Vorherrschen einer entgegengesetztenRichtung bezeichnet. Zwar sind Thorwaldsen und Overbeck in Rom ge-blieben, und es fehlt auch nicht an jüngeren Künstlern, die in einem demihrigen verwandten Sinne arbeiten. Allein der Geschmack des Publikumsunterstützt vornämlich eine Malerei, die ähnlich der seiner Zeit von Car-stens bekämpften, ihre Bilder aus Modellen, deren Costumen und Geräth-schaften zusammenstellt, und mehr die Mittel der Kunst, als deren eigent-lichen Zweck vor Augen hat.
Das Schicksal wollte es, dafs der eine der Wiederhersteller der neuernKunst, Carstens, kaum mehr davon sehen sollte, als das Licht, das erselbst gebracht; der andre hingegen, Thorwaldsen, Entwickelung und Ver-lauf derselben. Thorwaldsen hat auch nicht versäumt, von allem Erlebten,Grofsem wie Kleinem, lebendige Erinnerungen sich zu bewahren; und eineBeschreibung der von ihm in Rom angekauften Gemälde und Handzeichnun-gen wäre eben eine Geschichte der neuern Deutschen Kunst in Rom. DieseSammlung ist es auch, auf die wir in unsrer gegenwärtigen Darstellung,
* Der Plan ist vom Jahre 1806, kam aber wegen der Kriegsunruhen erst 1817 zur Ausführung.