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DRESDEN.
den wahren Ausdruck des Erlösers zu finden*. In diesem Kopfe scheintmir der Zweck nicht erreicht zu sein; ich finde den Ausdruck süfslich, garnicht gelungen. Nimmer wird dieser Zweck durch Nachdenken erreicht.Ablauschen kann man so etwas der Seelenstimmung; der Instinkt, seinerselbst unbewust, der Impuls, das Ungefähr können so etwas hervorbringen:aber man hüte sich wohl vor dem Verstände. Aus dem Grübeln und Sich-abmartern wird nimmermehr ein Christus auferstehen.
An schönen Zeichnungen ist Herr von Quandt auch sehr reich. Er be-sitzt unter andern ein ganzes Buch voll von Schnorrs Entwürfen zu denFrescobildern der Villa Mafsimi: es ist wahrlich eins der interessantestenAlbums, welche ich gesehen habe. Eine Zeichnung von Cornelius zu Faust,vorstellend, wie Faust und Wagner der spazierenden Menge am Osterfestezusehen, ist sehr ausgezeichnet; nicht minder eine basreliefartige Zeich-nung von Retzsch, vorstellend die Geschichte Josephs.
Zu den besten alten Gemälden, die Herr von Quandt besitzt, möchteich rechnen: eine Landschaft von Ruysdael; ein Portrait, dem Ambergerzugeschrieben; eine reiche friesartige Composition von Sandro Boticelli;eine wohlerhaltene wunderschöne Madonna aus der Perugino'schen Schule;kleine kniende Figürchen mit Christus, dem Heiligen Johannes und einemEngel.
Seit wenigen Monaten (ich schreibe dieses im October 1838) steht Ben-demann an der Spitze der Akademie. Er hat bedeutende Bestellungen aufFrescogemälde erhalten, welche das Schlofs des Königs schmücken sollen.
Vergl. Band II. Seite 301.