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DRESDEN.
katholischen Kirche; sehr unglücklich gedacht finde ich aber in diesem Bildedie Stellung Gott Vaters, der, in einen Pudermantel gehüllt, von Engelngeschaukelt wird, so wie die Grazie dieser Engel zu sehr an die Gloriendes Carlo Maratti erinnern. Ferner sind von ihm: die Geburt Christi, frü-her in Prag in der Galerie Colloredo, jetzt in Wien im Besitz derselbenFamilie; und der Parnafs in der Villa Albani, welcher von Morghen gesto-chen ist. Seine meisten Werke befinden sich im Vatican und in Spanien.
Als Bildnismaler ist sein Verdienst eben so grofs, als allgemein anerkannt.Er starb zu Rom im Jahre 1779. Viele Zeitgenofsen von Mengs rühmensich, dessen Schüler zu sein, obwohl sie nur seine Nachahmer waren,und seinen Grundsätzen folgten. Unter diesen sind die namhaftesten IgnazUNTERBERGER und FÜGER. Sie haben keine bedeutenden Werke undkeinen besonderen Ruf hinterlafsen.
Gleichzeitig mit Mengs lebte Winkelmann, der als Alterthumsforscher,als Schriftsteller und als Kenner eine so wichtige Stelle in der Kunstge-schichte einnimmt, und dessen Andenken Göthe in dem Werke »Winkel-mann und sein Jahrhundert« noch verherrlichte.
Zu derselben Zeit lebte auch DIETRICH, der Vater, kein schlechter Ma-ler, welcher so täuschend die Flamänder und hauptsächlich Teniers nach-ahmte, und der mit seinen und seines Sohnes Bildern die Messen in Leip-zig und die Jahrmärkte bereiste. Gleiche Nachahmungsgabe, aber ein weitgröfseres Talent besafs sein Sohn Christian Wilhelm Ernst, welcher sich aufReisen in Holland und Italien ausbildete, eine grofse Geschicklichkeit inNachahmung der Bilder aus der Rembrandt'schen Schule erlangte, aber niedie Durchsichtigkeit der Farbe anderer Niederländischer Meister erreichte,noch die schlichte Natürlichkeit. Äufsere Fülle und Reichthmn, innere Armutscheinen mir alle Arbeiten dieses fruchtbaren Talents zu charakterisiren.Seine Art zu malen scheint mir bei ihm zu einer stehenden Schreibart ge-worden zu sein: seine Rembrandt'schen, bestimmt und sicher gefaltetenTurbane, seine Gewänder, Barte, Quasten und Borten, seine Breughelschen