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BERLIN.
strebt er, den Andersurtheilenden zu seiner Meinung hinüberzuziehen. DerGeist, womit er begabt ist, die Kenntnisse, die er sich erworben hat, seinelange Erfahrung mögen ihn berechtigen, von Jüngeren und weniger Erfahre-nen, als er, Nachgiebigkeit zu verlangen; denn es giebt wenige Künstler,die so gründlich das Alterthum und die Kunst überhaupt studiert haben,als er; indessen bekenne ich aufrichtig, ich wünschte wohl, dafs Kunstge-lehrte und Künstler selbst auch denen, die keins von beiden sind, erlaubenmöchten, auch eine Meinung und Geschmack zu haben. Ich wiederhole,was ich schon so oft gesagt habe, dafs die Kunstgelehrten und die Künst-ler mit einander weniger einverstanden sind, als die Künstler und Kunstlieb-haber; dafs die Akademieen sich gegenseitig verabscheuen; dafs die jungenKünstler die alten: Perücken oder Mumien nennen. Ich gestehe, dafs jedes-mal, wenn ein Künstler mir begreiflich machen will, ein Kunstfreund ver-möge eben nicht sonderlich in die Tiefe der Kunst einzudringen, und ichsei nicht berechtigt, selber zu urtheilen, ein solcher mir anmaafsend undunhöflich erscheint, aber mich keinesweges überzeugt. Es ist eine Art derBelehrung, welche ich mir sicherlich gegen niemand erlauben würde; dieich aber auch entschieden nimmer von einem Künstler, Gelehrten oder Ken-ner annehmen werde.Tieck hat sich auch als Schriftsteller vortheilhaft bekannt gemacht.
LUDWIG WICHMANN, AUS POTSDAM; GEBOREN 1788.
Schüler des Herrn Directors Schadow, welcher ihn in seinem zwölftenJahre zu sich nahm, und väterlich für ihn sorgte. Er arbeitete mit denSöhnen desselben gemeinschaftlich, und besuchte auch zugleich mit ihnendie Akademie.
Im Jahre 1807 ging er nach Paris, und setzte sein Studium nach dendort aufgehäuften Kunstschätzen fort, besuchte die Ateliers des berühmtenMalers David und des Bildhauers Bosio, sowie die Kaiserliche Akademie,