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3 (1841) Berlin, Dresden, Hamburg, Mecklenburg, Weimar, Halberstadt und Göttingen : mit einem Anhange: Ausflüge nach Holland, Belgien, England, Schweiz, Polen, Russland, Schweden, Dänemark und Nord-Amerika
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BERLIN.

Rauch, Schwanthaler und Thorwaldsen. Ihrer künstlerischen Natur nachunterscheiden sie sich wesentlich von einander.

Die gröste, reichste und leichteste Erfindungsgabe besitzt Schwanthaler;sein Geist und sein Geschmack haben, umgeben von Griechischen Vorbil-dern, sich nach diesen gebildet; er hat Griechisch denken gelernt, und indieser Sprache unzählige Werke geschaffen. Seine Gedanken sind so raschund seine Compositionen entstehen mit solcher Leichtigkeit, als schreibeer sie nieder: wobei sie freilich auch oft wünschen lafsen, dafs die Gegen-stände mehr charakterisirt, und dafs sie gründlicher entwickelt und ausge-führt sein möchten. Seinen Hervorbringungen möchte man zu viel Leer-heit vorwerfen, und ihnen mehr inneres Leben wünschen.

Thorwaldsen ist ein mächtiges Genie. Seine Werke, wiewohl der Antikeverwandt, bezeichnen im Grunde kein bestimmtes Zeitalter, aber alle tragensie in sehr hohem Grade die Merkmale des belebenden Feuers (feu sacre).Thorwaldsen hat die Bildhauerkunst zum strengen Style zurückgeführt, wel-chem sie wieder zu nähern, Canova schon angefangen hatte. Der Geschmackund die Anmuth, welche Canova's Talent auszeichnen, tritt uns nicht inallen Werken Thorwaldsens entgegen, was ich z.B. seiner Venus, seinendrei Grazien und anderen weiblichen Nacktheiten vorwerfen möchte:* je-doch hat er einige seiner weiblichen Gestalten, unter andern seine Nachtund seinen Tag, mit grofsen Reizen ausgestattet. Sein Siegeseinzug Alexan-ders ist wohl die wichtigste Hervorbringung der neuern Bildhauerkunst.

Rauch stellt das Geschichtliche mit Würde und Wahrheit dar. Ich habedem, was ich bereits über ihn gesagt, nur noch hinzuzufügen, dafs unterallen lebenden Bildhauern Rauch derjenige ist, dessen Talent am meistenmeinen Geschmack befriedigt, und mein Inneres erfreut.

Rauch hat einen gebildeten Geist; seine Unterhaltung verräth Leiden-schaftlichkeit, die jeden Augenblick aus seiner schönen und einnehmenden

* Ich kenne ausgezeichnete Künstler, welche diese Meinung nicht theilen, und ich habeden nackten weiblichen Statuen Thorwaldsens schon grofses Lob ertheilen und ihre Anmuthpreisen gehört.