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3 (1841) Berlin, Dresden, Hamburg, Mecklenburg, Weimar, Halberstadt und Göttingen : mit einem Anhange: Ausflüge nach Holland, Belgien, England, Schweiz, Polen, Russland, Schweden, Dänemark und Nord-Amerika
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BILDHAUER.

angenommen hat, dafs in der Bildnerei der klassische Styl derjenige sei,welcher die Griechischen Bildhauerwerke auszeichne, so könnte man fin-den, dafs Rauchs Werke des klassischen Styls ermangeln. Aber man darfnie auf so unbedingte Weise ürtheile und Grundsätze der Kunst geltendmachen. Ich möchte sagen: der antike Styl ist vielleicht nicht derjenige,welcher mit Rauchs Künstlernatur am meisten übereinstimmt; aber Rauchhat selber einen neuen Styl erschaffen, und zwar einen sehr erhabenen.Seine Einbildungskraft ist von Natur nicht auf die ideale Schönheit der An-tike und auf die epische Poesie gerichtet: aber er ist eine mächtige Künst-lernatur; in seinen Hervorbringungen ist der Künstler und der Gegenstandscharf ausgeprägt; seine Gedanken zeigen Wahrheit und Tiefe; seine Zeich-nung ist rein, und in der Behandlung geschichtlicher Gegenstände unsererZeit und des Mittelalters erweist sich sein Geist und sein Geschmack im-merdar richtig.

Rauch ist, wie gesagt, der Schöpfer eines neuen Styls, welchen ich dengeschichtlichen der neuern Zeit und des Mittelalters nennen möchte. Seineschönsten Werke dieser Art sind die beiden Blücher, Bülow, Scharnhorst,Frank, Dürer, und vornämlich das Doppelstandbild Mieczyslaus und Bp-leslaus, dessen Kupferstich im Bilderhefte zu sehen ist.

Das Grabmal der Königin hat einen besondern Grundzug; es spricht dasGefühl des Künstlers aus, indem es sich zugleich an die Wehmuth der Kö-niglichen Familie, und an die Liebe des Volks zu wenden scheint, welcheden frühen Tod dieser Fürstin so lange überlebt hat. Dies ist Rauchs er-stes Werk von Bedeutung; es ist rührend, es ist schön: und doch hat, mei-nes Erachtens, Rauch seitdem einen mächtigen Aufschwung genommen.

In keinem seiner Erzeugnisse finde ich ihn so romantisch und liebens-würdig, als in dem jungen Mädchen auf einem Hirsche reitend, genanntJungfer Lorenz, nach einer Legende der Stadt Tangermünde. Diese kleineStatue ist in Bronze, Eisen und Gyps tausendfältig wiederholt worden.Hier folet dieselbe in Holzschnitt.