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BERLIN.
e) die Gruppe des Herzogs Mieczyslaus und seines Sohnes, des KönigsBoleslaus von Polen, für den Dom in Posen *
In diesem Augenblick (Februar 1839) ist Rauch mit folgenden Arbeitenbeschäftigt: Eine Danai.de in Marmor für den Rufsischen Kaiser, und einKnabe, eine Schaale in der Hand haltend, für den Marquis von Landsdown,werden nächstens vollendet sein. Auch arbeitet er jetzt an den Modellenzu den von dem Könige bestellten Siegesgöttinnen in Bronze, für Charlot-tenburg bestimmt und von 6 Füfs Höhe.
* In dieser Kirche befand sich vordem das Grabmal des Herzogs Mieczyslaus und desKönigs Boleslaus; bei dem grofsen Brande in Posen aber, ich glaube im Jahre 1770, wardes zerstört, und die Gebeine der beiden Fürsten wurden vereint im Saale der Capitular-Ver-sammlungen niedergelegt. Der letzte Fürst Erzbischof von Gnesen, Ignaz Raczynski, welchervor der Bekleidung mit dieser Würde bis zum Jahre 1804 Bischof von Posen war, hatte beider Besteigung dieses Bischofsitzes die Arbeiten am Wiederaufbau der eingeäscherten Kirchesehr weit vorgerückt gefunden; er liefs sie auf seine Kosten vollenden, und setzte dies Ge-bäude in seinen gegenwärtigen Stand. Die Trümmer des Grabmals der beiden Fürsten wur-den erst später wieder zusammengebracht durch den Grafen Eduard Raczynski, denselben, derdie öffentliche Bibliothek in Posen gestiftet hat. Dieser, der Graf Titus Dzialynski und der Prä-lat von Przyluski wurden durch die Posenschcn Landstände dazu ernannt, um mit dem Statt-halter des Königs, dem Fürsten Anton Radziwill, als Präsidenten, die Errichtung eines Denkma-les zum Gedächtnisse der beiden grofsen Fürsten, deren Gebeine in der Domkirche ruhten, zuleiten. Hiezu wurde der Ertrag einer Sammlung verwendet, welche der seitdem zum Erzbi-schof von Posen und Gnesen ernannte Prälat von Wolicki zu diesem Behuf veranstaltet hatte,und zu welcher Ihre Majestäten, der König von Preufsen einen Beitrag von 100 Friedrichs-dor, und der Kaiser von Rufsland 300 Ducaten zu bewilligen geruhten. Aufserdem trugen derSenat von Polen, die Gerichtshöfe dieses Landes, und die Bewohner sämmtlicher Palatinatcmehr oder minder beträchtliche Summen dazu bei. Im Grofshcrzogtlmmc Posen unterzeich-neten mehrere Mitglieder der Landständc von 1829 ansehnliche Beiträge; desgleichen auchder Fürst Sulkowski, damaliger Landlagsmarschall, und der Fürst Anton Radziwill. DieseSammlung brachte etwa 18,000 Thaler ein. Mit den bisher aufgelaufenen Zinsen ist dieseSumme zu mehr als 23,000 Thalcrn angewachsen. Nach dem inzwischen erfolgten Ablebendes Fürsten Radziwill, und in Abwesenheit des im Auslände befindlichen Grafen Dzialynski,leitet der Graf Raczynski, mit Einstimmung des Prälaten von Przyluski, die Arbeiten allein,und eifersüchtig auf einen reichen Anihcil an dieser Stiftung, hat er auf eigene Kosten diebeiden Standbilder machen lafsen. Der Ertrag der Unterzeichnung ist einzig und allein aufdie sehr reiche Verzierung der zu diesem Denkmale bestimmten Kapelle verwendet. RauchsModell ist mit 4000 Thalcrn bezahlt worden, und 4500 Thaler haben der Gufs und die Bronzegekostet. Die Musivarbeit am Altare ist, wie mir der Graf gesagt hat, ein Geschenk seinerGemahlin. Ich schreibe dieses im Februar 1839, und wahrscheinlich wird die Kapelle nebstdem Denkmale vor Ablauf eines Jahres nicht vollendet sein.