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BERLIN.
er einer ganz fremdartigen Lebensbahn zugewiesen zu werden. Alleingerade das, was seine Ausbildung als Bildhauer hätte aufhalten können,schärfte nur mehr seine Neigung. Da er als Dilettant betrachtet wurde, sogenofs er nur wenig Rath und Unterricht des Directors Schadow und derGebrüder Meil; aber er hatte mit talentreichen jungen Künstlern Freund-schaft geschlofsen, das Vertrauen der höchsten Herrschaften gewonnen,und Gönner unter den einflufsreichsten Männern gefunden, so dafs der Kö-nig seine Neigung zur Kunst beförderte. Rauch hatte während dieser Zeitgrofse Fortschritte gemacht, wovon mehrere Bildnisse nach der Natur, undkleinere Arbeiten, vor allem ein grofses Relief nach einem Entwürfe vonSchadow, welches jetzt den Saal des ärztlichen Instituts zu Berlin schmückt,das genügendste Zeugnis geben.«
»Im Jahre 1804 verliefs er Berlin, um in Gesellschaft und durch Unter-stützung des Schlesischen Grafen Karl Sandrezki durch das südliche Frank-reich über Genua nach Rom zu gehen, wo er 1805 eintraf. Aufser derGeneigtheit des damaligen Preufsischen Ministers zu Rom, Wilhelms vonHumboldt, gewann er sich bald durch Fleifs und Kunstliebe und durch seinePersönlichkeit die Freundschaft der bedeutendsten Künstler, namentlichThorwaldsens, dessen Kunstleistungen, nächst der Antike, den meisten Ein-flufs auf ihn ausübten. Doch war Rauch niemals sein Schüler. Mit Ca-nova, so wie mit allen jüngeren ausgezeichnetesten Künstlern, namentlichmit dem Französischen Maler Ingres, mit Schick, Tieck und dem MalerLund (gegenwärtig an der Kopenhagener Kunstakademie) stand er in freund-schaftlichen Verhältnissen.«
»Von den Arbeiten des fleifsigen Künstlers während seines Aufenthaltesin Rom bis 1811 nennen wir nur die Basreliefs Phädra und Hyppolit, fürden Kaiserlich-Rufsischen Kammerherrn von Balk; Mars und Venus vonDiomedes verwundet, für den Minister von Humboldt; so wie das Modellzur Statue eines eilfjährigen Mädchens, die später zur Aufstellung im Lust-schlofse Tegel desselben Ministers in Marmor ausgeführt ward; seine Büste