99
LANDSCHAFTSMALER.
bei dem unsterblichen Meister von Urbino aus einem Engelskopfe das Augeder Welt uns anblickt, so kommt uns bei jedem Horizontabschnitt in Ble-chens Campagnabildern ein Gefühl von der Unermefslichkeit der Schöpfung.
..........Dafs ein so hervorragendes Genie vom aller-ersten Range, ein Künstler jenes Schlages, an dessen Hervorbringung dieSchöpferkraft der Natur sich für Jahrhunderte ermüdet, wie bei Raphael,Shakespeare, Mozart, — dafs ein solcher bei seinen Lebzeiten halb oderfalsch verstanden wird, versteht sich von selbst.«
V.
BÖNISCII (GUSTAV), AUS SCHLESIEN; GEGENWÄRTIG (1839)
36 JAHR ALT.
»Nachdem er mehrere Jahre auf das Studium der Baukunst verwandt,und sein Feldmefserexamen gemacht hatte, entschlofs er sich zur Land-schaftsmalerei. Seine Arbeiten beweisen insgesammt, dafs er die Gabebesitzt, die Natur gründlich und zugleich auf eine liebenswürdige Weiseaufzufafsen. Seine Behandlung ist leicht und zart. Seine Landschaftensind keine zusammengesetzten Studien, sondern es sind Darstellungen vol-ler Einklang, die in allen ihren Theilen und in allen ihren Einzelnheiteneine und dieselbe Stimmung der Seele ausdrücken. Man sieht, dafs erdurchdrungen ist von dem Gegenstande, den seine Einbildungskraft ihm vor-führt, und dafs kein fremder Eindruck ihn von demselben abzuziehen ver-mag. Von den einförmigen Gegenden der Mark bis zu den wilden GebirgenNorwegens, alles was er macht, trägt das Gepräge seines Gemüthes.«
»Der Consul Wagner besitzt drei Gemälde von ihm, die mit ungemeinerZartheit ausgeführt sind. Man sieht von seinen Arbeiten einige im Palaisdes Königs, und viele andere befinden sich in Privatsammlungen in Berlinund anderswo.«