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AUSFLUG NACH ITALIEN.
mit Gefühl aufgefafst, mit Treue wiedergegeben, und mit einer seltenenEnergie radiert ist.
In ihrer Weise wirkten nach derselben Richtung hin Rosini und Ciampials Kunstschriftsteller, von denen namentlich der letzte durch archivali-sche Forschungen bethätigte, welche ernste Würdigung die bisher verach-teten Gegenstände verdienten.
In der productiven Kunst selbst waren die Bewegungen unmerklich, dochkonnten sie dem aufmerksamen Beobachter, wenigstens im Gebiete der Bild-hauerkunst nicht entgehen; noch weniger können sie es gegenwärtig, wowirklich Bedeutendes in ihr geleistet worden ist. Schon Ricci, den manjetzt als veraltet betrachtet, zeigte in seinem Monument Dante's, das inS. Croce aufgestellt ist, eine freiere Richtung, als seine Vorgänger, obwohles ihm nicht gelang, Wahrheit und Schönheit zu verbinden; allein das Strebennach der ersten ist unverkennbar. Freilich kömmt das Ganze aus einer un-klaren Anschauung der Aufgabe, aus dem Mangel eines, organischer Ent-wickelung fähigen Gedankens. — Wir sehen den lorbeergekrönten Dichtersitzend auf hohem Postament; eine edle, erhabene weibliche Gestalt — Ita-lia isfs — steht zu seiner Rechten und zeigt triumphierend auf ihn; dasfindet keinen Widerspruch: nun aber beugt sich eine andre — die Poesieistfs — zur Linken nach seinem Sarkophag, und in Schmerz gebrochenlegt sie ihr Haupt darauf. — Wer sich gewöhnt hat, an einem Kunstwerkimmer nur Einzelnes, etwa diese Hand, jenen Hals, hier den Ausdruck derFreude, dort des Nachdenkens zu bewundern u. s.w., der kann auch indieser Gestalt die Wahrheit eines tiefgefühlten Schmerzes wiederfinden: esfragt sich nur, wie kömmt sie dazu, neben der gleichbetheiligten triumphie-renden Italia, und da obendrein der lorbeerbekränzte Dichter lebend unterihnen ist? Die Absicht, im Ganzen sich an die antike Vorstellweise zuhalten, zeigt der Künstler darin, dafs er die Gestalt Dante's unbekleidet,nur den Schoofs mit einem Mantel bedeckt, dargestellt hat: ein Umstand, derbei neueren Denkmalen, aber besonders bei Personen, von denen man ein