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ROM.
Veranlafsung des reichen Banquiers, Fürsten Torlonia, geschieht, und wasallein fähig wäre, ein Künstlergeschlecht zu bilden, wenn es sonst im rich-tigen Sinne begonnen und durchgeführt würde. Die Verschönerung seinesgrofsen Palastes im Corso, die Anlegung seiner grofsen Villa vor der Portapia, die Errichtung einer Familienkapelle in der Kirche des Laterans, dieAusschmückung seines Castells im Albaner Gebirge, und so manches an-dere, nimmt fast alle lebende Baumeister, Bildhauer und Maler Roms inAnspruch. Ein Gang indessen durch die Villa wird genügen, um etwaigeHoffnungen bedeutend herabzustimmen.
Zwar hatte der Architekt Caretti hier unter andern die schwierige Auf-gabe, ein altes kleines Haus zum Lustschlofse des reichsten Römers Hin-zuschaffen, allein es gab auch ganz Neues zu errichten. Es möchte schwersein, alle die Widerlichkeiten und Thorheiten aufzuzählen, denen man hierbegegnet: anscheinend versunkene Dorische Säulen; ein Altan, dessen über-reich cassettierte Decke von canelierten Römischen Säulen getragen wird,die an der Seite plötzlich in ungleichen Entfernungen stehen; dazwischenAe^yptische Fenster, kleinste Thüren und Treppen; endlich aber — umdas Übermaafs zu geben — ein über die zum Schmuck angebrachten Pi-laster aufgesetztes und angeheftetes Doppelgesims von zwei Friesen, sie-ben gröfseren und kleinen Rundstäben und vier oder fünf Platten, in einerZusammenstellung, wie sie gewiss ohne gleichen ist. Geht man nun durchdie inneren Räume, so scheint es, als habe der Besitzer für sein Geld dieGunst sich erbeten, von Allem, Altem und Neuem, Antikem und Romanti-schem, Barokkem und Puristischem, Sinn und Unsinn die Probe zu haben;und um in der Reihe schätzenswerther Dinge das s. g. Gothische nichtfehlen zu lafsen, hat ihm der Architekt einen Pferdestall im AltitalienischenKirchenstyl mit Fresco- und Glasbildern, die Stände wie Kapellen, Weih-wafserbecken als Saufnäpfe u. s. w. hergestellt *.
Diefs Wenige wird genügen, um eine Vorstellung vom Zustande der
* Ich enthalte mich, auf eine Bcurthcihmg einzugehen, deren Richtigkeit ich nicht schätzen
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