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AUSFLUG NACH ITALIEN.
Jahrhunderts in Deutschland zeigte, nicht zu verkennen; ja noch mehr: estreten dieselben Gegensätze, wie früher bei uns der Akademiker und Ro-mantiker, unter den Namen der Barokken und der Puristen hervor, undohne Ungerechtigkeit dürfen die Deutschen den Ruhm sich aneignen, denersten Anstofs zu einer neuen Bewegung gegeben zu haben. Vor Allenwirkte das mächtige Beispiel Thorwaldsens, der nicht nur — nach demvergötterten Canova — vor den Augen der ganzen Welt auf gleicher Höhemit diesem erscheint, sondern der auch unmittelbar, als Lehrer, auf be-deutende Italienische Talente Einflufs ausübte und noch ausübt. Dann istes Overbeck, der durch die Anmuth seiner Gestalten und die tiefe Ge-müthlichkeit seines Wesens jüngere Italiener an sich und zur alten Kunstihres Vaterlandes gezogen hat. Cornelius, dessen Werke, wie der Italienersich ausdrückt, »voll von Philosophie« sind, weckte — obschon wenigerverstanden — den Sinn für den Gedanken in der Kunst, und so erwuchsallmälig ein Geschlecht meist jüngerer Künstler heran, theils bewust, theilsunbewust im strengen Zwiespalte mit den älteren Künstlern, die, ausgerüstetmit manchem technischen Talent, praktisch sich auszeichnen, in der Auf-fafsungsweise aber vornämlich der durch die Französische Kunst oder dasTheater gebildeten Phantasie folgen. Wie sehr indess auch Einzelne dasUngenügende dieser Kunstweise empfinden, so hat doch noch Keiner, we-nigstens unter den Malern, einen thätigen Gegensatz- gebildet; noch zeigtsich bei Keinem eine schöpferische Erkenntnis, und aller Widerspruch ge-gen das Bisherige offenbart sich nur als Sehnsucht nach etwas Befserem.
Unter den Römischen Malern sind es vorzüglich zwei Männer, die sichdurch eine klare Kunsterkenntnis, durch eine richtige Einsicht in das Be-dürfnis der Gegenwart auszeichnen, deren Gefühl aber, obschon sie aus-übende Künstler sind, bisher eher im Wort als im Werk sich ausgesprochen:Bianchini und Minardi, deren ersterer vornämlich als Schriftsteller im Kunst-fache sich Ruhm erworben hat. Unter den Römischen Bildhauern, die inFolge der Einwirkung von Thorwaldsen und Kefsels einen neuen befseren