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WIEN.
Das im Belvedere von ihm befindliche Bild, Salomo's Urtheil, ist ein Werkseines höheren Alters, und kann wohl keinen Begriff mehr von des Künst-lers Talent geben, das in seinem Themistokles, Cajus Marius, Aristomenesund anderen seiner Werke zu erkennen ist.
Fügers Einflufs und Ansehen, unterstützt durch Maurer und Caucig, wa-ren zu grofs und andauernd, um nicht bei allen damals lebenden, und zumTheil noch gegenwärtig thätigen Künstlern ein entschiedenes Übergewichtzu gewinnen, und ihren Leistungen ein bestimmtes Gepräge zu geben. DieKünstler, welche dieser idealistischen Richtung angehören, sind:
JOSEPH ABEL, geboren 1768 zu Aschach, gestorben 1818 zu Wien,malte, nach seinem sechsjährigen Aufenthalte als k. k. Pensionär zu Rom,aufser dem im Belvedere befindlichen Bilde: Klopstock im Elysium, Dar-stellungen aus der alten Mythe und Geschichte, vortreffliche Porträte undmehrere Altarblätter; er darf wohl der ausgezeichneteste Schüler Fügersgenannt werden.
KARL JOSEPH AGRICOLA, 1779 zu Seckingen geboren. Seine Werke,meist der Mythe entlehnt, zeichnen sich zwar durch Weichheit und Fri-sche des Colorits aus, beurkunden aber, ihrer allzugrofsen Geziertheit undeines zu unwahren Farbenflitters wegen, eine aller Charakteristik entbeh-rende Manier. Zugleich Lithograph und Porträtmaler in Öl und Miniatur,ist dieser Künstler weit geschätzter als vorzüglicher Kupferstecher.
JOHANN GEORG DÄRINGER, geboren 1761 zu Ried; von ihm kenntman mehrere Altarblätter; er starb in dürftigen Umständen im Jahre 1809als Corrector an der Akademie.
KARL PETER GÖBEL, geboren 1791 zu Würzburg, zugleich mit Kupel-wieser, Rieder, Schiffer, Zögling der Akademie, und gleich diesen damalsnoch Anhänger Fügerscher Manier. Doch zeigt bereits sein schönes Bild,»der sterbende Jakob segnet seine Söhne,« im Belvedere, seine Hinneigungzu tiefer, ernster Anschauungsweise, und es hätte sein glückliches Talentein schönes Wirken für die Kunst erwarten lafsen, wäre er nicht mitten