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2 (1840) München, Stuttgart, Nürnberg, Augsburg, Karlsruhe, Prag und Wien : mit einem Anhange: Ausflug nach Italien
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PRAG.

Kaisers, dessen Namen sie führt, und hat ihm zur Wohnung und zur Auf-bewahrung der Reichskleinode gedient. Es ist eins der merkwürdigsten,umfafsendsten und schönsten Gothischen Gebäude in Deutschland. Die Böh-mischen Stände haben beschlofsen, es wieder herstellen zu lafsen. Ich be-wundere diesen Entschlufs, wenn er zur vollen und gänzlichen Ausführunggelangt. Er ehrt eben so sehr diejenigen, die ihn gefafst haben, wie dasLand. THOMAS VON MUTINA, welchen Einige aus Böhmen stammenlafsen, während Andere ihn Italien zueignen, hat in eben diesem Gebäudezahlreiche Malereien ausgeführt. So viel ist gewiss, dafs Karls IV. Zeit-alter hinsichtlich der Kunst eins der bedeutendsten für Böhmen gewesen,und dafs Frankreich und Italien diesem Fürsten zum Vorbilde gedient undihm Künstler geliefert haben, deren er sich zur Verschönerung seines Lan-des bedient hat. Man sieht allerdings, dafs auch Böhmen, unter andernTHEODORICH von Prag, sich diesen fremden Malern zugesellt haben, un-ter denen auch NIKOLAUS WURMSER von Strafsburg genannt wird: aberfolgt daraus, dafs Böhmen schon in dieser so frühen Zeit eine Malerschulebesefsen hat? . . . das möchte ich nicht zu behaupten wagen.

Unter Karls IV. Sohn und Nachfolger, Kaiser Sigismund, erhüben sichdie furchtbaren Zerrüttungen und innerlichen Kriege, welche die Folge derneuen Lehre des Hufs waren. In dem Maafse, wie die Verwirrung unddie Verwüstungen das Land überschwemmten, verliefsen es die Künste.Erst zwischen den Jahren 1550 und 1600, unter Rudolf IL aus dem HauseHabsburg, erschienen sie wieder. Dieser aufgeklärte Fürst umgab sich mitausgezeichneten Künstlern, die er aus der Fremde nach Prag gezogen hatte.Man sah an seinem Hofe: JOHANN VON ACHEN, BARTEL SPRANGER,GIUSEPPE ARCIMBOLDO, GIOVANNI CONTARINI, JOHANN ROTTEN-HAMMER, ROLAND SA VARY, ADRIAN DE VRIES, KARL VAN MAN-DER, SADELER; keiner von diesen Namen ist, wie man sieht, aus Böh-men. Dazumal schon, wie in unseren Tagen, hatten die Künste Mühe, beiden Slavischen und Skandinavischen Völkern sich einheimisch zu machen.