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KARLSRUHE.
Unterstützung die Bedingung knüpft, während des ersten Jahres ihres Auf-enthaltes in Italien ein ihnen aufgegebenes Bild eines grofsen alten Mei-sters, zu dessen Individualität sie sich neigen, zu copieren; welche Copiedes Unterstützenden Eigenthum wäre, und von deren Werth ihre spätereUnterstützung abhinge. Jeder, der in Italien war, weifs, wie viel Zeit imAnfange mit Schwanken verloren geht, und wie Mancher nur ein Bild maltwegen der Fortdauer der genofsenen Unterstützung. Das hört dann auf,und von dem copierten grofsen Meister bleibt unfehlbar so viel Ernst indem jungen Gemüthe zurück, dafs es sich scheuen wird, gleichgültig inWahl und Composition seiner Gegenstände zu Werke zu gehen.
Ehe wir von unseren Lesern scheiden, fühlen wir die Pflicht, noch einigehiesige Architekten und Bildhauer zu erwähnen, die sich auszeichnen; wirmüfsen aber sehr bitten, unsere Äufserungen über Architektur nur als sub-jective Ansicht anzusehen, indem wir nicht vom Fache sind, und also keinobjectives Urtheil darin haben können, um so weniger, da zur Beurtheilungdieser Kunst eine Kenntnis ihrer statischen Gesetze erfordert wird, die nurein Architekt haben kann *.
FRIEDRICH WEINBRENNER, gestorben 1826, hat seine Wirksamkeiteben so sehr in der Stiftung einer zu ihrer Zeit berühmten und sehr besuch-ten Schule gezeigt, als durch seine zahlreichen Werke, da fast halb Karls-ruhe von ihm gebaut ist. Er gilt gewiss für einen geschickten Praktiker,und im Verhältnisse zu dem, was er hier vorfand, hat er die Baukunst ge-hoben, obgleich seine Gebäude des Styls ** so sehr entbehren, dafs man
Der Verfafser dieses Werkes meint, dafs die architektonischen Formen Jedem, der Sinnfür das Schöne hat, auf dem ersten Anblick gefallen oder misfallen, und dafs Jedermann, dervor einem Bauwerke deutlich den einen oder den andern Eindruck empfindet und sich davonRechenschaft geben kann, befähigt ist und das Recht hat, darüber zu urtheilcn. Der Ge-schmack bildet sich oder verderbt sich, aber er ist weder zu erlernen, noch zu vergefsen.Der Geschmack ist eben Urtheil und Takt.
Styl, ohne allen Zusatz, bedeutet uns „die durch den Gegenstand bedungene innerliche