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2 (1840) München, Stuttgart, Nürnberg, Augsburg, Karlsruhe, Prag und Wien : mit einem Anhange: Ausflug nach Italien
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KARLSRUHE.

hiesigen Ausstellung ein Bild, den Tod Tasso's darstellend, in welchemwirklich höchst ergreifende Gestalten waren. Unvergefslich bleibt uns derMönch, welcher Tasso's letzten Pulsschlag mit der ihm aufs Herz gelegtenHand gleichsam behorcht hat, und nun mit den gen Himmel blickendenAugen der fliehenden Seele des Dulders zu folgen scheint, während zweiMönche still betend knien. Tasso's Gesicht hat bei dem Streiflichte zuwenig Formen, zumal für einen Sterbenden. Dies abgerechnet, verdientedas Bild durch Lithographie allgemein bekannt zu werden. Es ist ein Nacht-stück von tiefer saftiger Farbe *. Möchte Gräfle sich immer an so noblenGegenständen halten; sein fruchtbarer Geist ist zu edel, als dafs leichteSpeise ihn nähren könnte.

GRUND, ein hier sich aufhaltender Österreicher, zeigt zur piquantenPortrait-Auffafsung und zum sprechend lebendigen Wiedergeben desselbenein aufserordentliches Talent. Seine Stellungen sind so originell und zu-gleich individuell charakteristisch, wie seine Beleuchtung effectvoll ist.Dabei besitzt er eine grofse Pinselfertigkeit, die aber oft auf Kosten derGediegenheit sich zu sehr geltend macht. Seine Weise ist die heut zuTage so beliebte Skizziermethode, die leider einem praktischen Portraitma-ler bei der Ungeduld der Sitzenden oft unentbehrlich ist. Seine Genrebil-der stehen weniger hoch, und man sieht daran, dafs seine Werke nur gutwerden, wenn er lebendes Modell vor sich hat. Aber dann ist er auchmanchmal in seiner Art ganz vorzüglich.

F. HELMSDORF, aus Magdeburg, ist zwar schon in diesem Werke indem ersten Kapitel des ersten Bandes erwähnt, verdient aber, da er seitmanchen Jahren in Karlsruhe lebt, auch hier einen Platz, zumal es unsscheint, als sei ihm dort nicht Gerechtigkeit widerfahren. Er hat seitseiner hiesigen Anstellung als Hofmaler verschiedene Landschaften gelie-fert, welche eine solche Gründlichkeit und Liebe zeigen, dafs sie in dieser

* Dieses Gemälde ist schon im sechsten Kapitel des vorliegenden Bandes angeführt worden.