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2 (1840) München, Stuttgart, Nürnberg, Augsburg, Karlsruhe, Prag und Wien : mit einem Anhange: Ausflug nach Italien
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KARLSRUHE.

die Erstürmung einer Türkenschanze bei Wien, unter dem Markgrafen Lud-wig dem Starken, eine grofse Gabe zu bewegten lebendigen Compositionengezeigt hat. Gewiss leiden diese jugendlichen Arbeiten an Vielem Mangel,namentlich an Harmonie und an Noblesse der Farbengebung und Behandlung;aber es flammt darin ein so kräftiger, gesunder, alles belebender Geist,dafs man darüber fast die Fehler vergifst, wenigstens sich sagt, »das wasDietz hat, kann keiner lernen; was ihm fehlt, läfst sich erwerben.« Dabeiist die Conception wie die Formengebung grofs und kraftvoll, wenn auch,was bei einem angehenden Künstler beunruhigt, manieriert. Dietz geht nunleider nach Paris. Wir sagen »leider,« weil wir für einen jungen Künstlerdie nähere Berührung der Französischen Schule, wie sie im Allgemeinenjetzt ist, für höchst gefährlich halten. Da gehen die jungen Leute hin, umZeichnen, Malen, überhaupt Machen zu lernen, und lernen nur FranzösischMalen, Zeichnen, Machen. Dann erhalten wir späterhin Deutsche Gedan-ken mit Französischen Formen u. s. w.; denn so wenig das junge, nochschwankende Talent einer so piquanten spirituellen Hervorbringungsweisewiderstehen kann, so sicher wird sich später das innere Nationelle geltendmachen. Warum nicht lieber nach Italien, an dessen Ernst man lebens-lang einen Talisman gegen jedes Vorherrschen des Ichs in der Kunst habenkann. Dietz ist ein zu ungewöhnliches Talent, als dafs nicht der Gedanke,er könne auf Abwege gerathen, Jeden, der die Kunst liebt, innig betrübenmüste *.

MARIA ELLENRIEDER •* aus Konstanz, hat sich durch ihre Arbeitenvortheilhaft bekannt gemacht. Wenn man die grofsen, fast unüberwindlichenHindernisse bedenkt, welche einer Künstlerin die Ausbildung erschweren, so

* Ein Gemälde, das Dietz in Paris gemalt hat und das auf der Berliner Kunstausstellungim Jahre 1838 zu sehen war, der Tod Gustav Adolfs in der Schlacht bei Lützcn, ist nichtgeeignet, die Befürchtungen zu vermindern, welche der Verfafser dieses Kapitels hier ausge-sprochen hat.

Von ihr ist auch schon im vierten Kapitel die Rede gewesen.