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KARLSRUHE.
sondern idyllisch in seinen Compositionen, und verdient doppelte Bewun-derung, dafs er sich so hoch schwang, in einer Zeit, wo noch so Wenigeerwacht waren. Seine Werke haben den immer seltener werdenden Vor-zug, dafs man über das Kunstwerk den Künstler vergifst *
FRIEDRICH MOOSBRUGGER aus Konstanz, gestorben 1830 im 26stenJahre seines Alters, war ein höchst talentvoller Genremaler, dessen besteWerke leider wenig bekannt sind. Er zeichnete sich vor den mehrstenneueren Genremalern durch anspruchslose Wahrheit der Auffafsung und derComposition, so wie durch ungesuchtes Wiedergeben aus, ohne dabei ir-gend einem an Leichtigkeit nachzustehen, und verband mit sprechendemAusdruck manchmal vortreffliche Farbe, durchgehends grofse Treue undEinfachheit.
ZOLL aus Donauescliingen, gestorben 1833, war längere Zeit Galerie-Inspector in Mannheim. Er hat durch ein in hiesiger Galerie befindliches,nicht ganz beendigt scheinendes Bild, Hercules und Hebe, sein schönesTalent für mythologische Gegenstände bewiesen. Schade für ihn und seineKunst dafs er sich nicht auf diese Gattung beschränkte, da sie ihm beiweitem befser gelang, als biblische Werke, deren er in die hiesige evan-gelische Stadtkirche geliefert hat.
Wir gehen nun zu den lebenden hiesigen Künstlern über.
FEODOR DIETZ ** aus dem Oberland, ist ein viel versprechender jun-ger Schlachtenmaler, der durch seine ersten Gemälde, Piccolomini's Tod,Pappenheims Tod, und sein letztes für unsern Grofsherzog gemaltes Bild,
* Kuntz Latte eine kindliche Ehrfurcht vor der Natur. Möchten aUe neueren Künstler ihmdarin gleichen; denn es ist dasselbe Verhältnis des Künstlers zur Natur, wie das des Menschenzu Gott: kindlich verehrt, heben sie ihn von einer Klarheit zur andern; hochmüthig genähertoder ignorirt, erstarrt er in seinem Ich.
** Von ihm ist schon im siebenten Kapitel unter den Münchener Schlachtenmalern dieRede gewesen.