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2 (1840) München, Stuttgart, Nürnberg, Augsburg, Karlsruhe, Prag und Wien : mit einem Anhange: Ausflug nach Italien
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KARLSRUHE.

Mozart von sich sagte, dafs er ein ganzes Tonstück vor dem Niederschrei-ben ganz vollendet vor sich sehe; also eine gottähnliche Kraft, durch welcheWollen und Schaffen in Eins zusammenfällt, und welche ein kundiges Augeeinem Werke leicht ansieht. Fohr starb zu früh, um die von ihm geheg-ten grofsen Erwartungen erfüllen zu können.

ERNST FRIES, geboren zu Heidelberg 1801 am 22. Juni, gestorben 1833am 11. October, zeigte schon in seinen frühsten Arbeiten die grofse Fähig-keit im Auffafsen und Aussprechen, welche ihn später über so viele sei-ner Zeitgenofsen erhob. Es dürfte schwerfallen, mehr Sicherheit der Handund Schärfe des Blicks zu finden, als sich in seinen meisterhaften Hand-zeichnungen zeigt. Dabei hatte er einen wunderbar schönen Farbenauftragund höchst freie, nach Bedürfnis wechselnde, kühne und zarte Pinselführung,die er jedoch immer nur als Mittel ansah. Mit einer höchst correcten Zeich-nung verbindet er eine schöne Farbengebung, eine seltene Kenntnis derBeleuchtung, und eine Liebe, die auch nicht das Kleinste, zum Wesentli-chen seines Gegenstandes Gehörende, vernachläfsigen konnte. Sehade, dafsseine Bestellungen mehrstens leidige Veduten waren, denen er jedoch stetseinen künstlerischen Charakter abzugewinnen wüste * Hätte sein allge-mein beklagter früher Tod ihn nicht verhindert, mehrere angefangene Bildereigener herrlicher Composition zu beendigen, so würde der Reichthum unddie Genialität seiner Motive ihm einen eben so hohen Ruf hinsichtlich sei-ner geistigen Fähigkeiten erworben haben, wie er ihn jetzt im Technischender Kunst erlangte. Er hat indess Werke hinterlafsen, die ihm in jederBeziehung eine geschichtliche Dauer durch alle Zeiten sichern, worunternamentlich eine Landschaft, in Frau Mitchels Händen in Heidelberg befind-lich, die seinen hohen Standpunkt in der Composition, wie seine gewaltige

* Der Verfafser dieses Buches tlieilt diese Meinung nicht, wie man an mehreren Stellendes ersten und des vorliegenden Bandes wird bemerkt haben: er hält viel auf Portrait-Land-schaften; aber er will, dafs sie nicht leblos seien, und dafs die Natur in ihrem höchsten undgeheimsten Sinne aufgefafst werde.