519
KÜNSTAKADEMIE.
»Zu Anfang des Januars 1809 wurde der Unterricht in dem Unterge-schosse des ehemaligen Jesuitengebäudes eröffnet. Da aber für die sichschnell und bedeutend vermehrende Anzahl der Schüler, wie auch für dieAufstellung der grofsen, aus der Mannheimer und den vielen Pariser Ab-güfsen bestehenden Sammlung antiker Bildwerke, der hinreichende undzweckmäfsige Raum mangelte, so ward in diesem Frühjahr ein neuer Bauin dem Hofe des Gebäudes begonnen, wo man unten drei grofse Säle zurAufstellung der Bildwerke, und oben geräumige Säle zum Zeichnen undMalen nach der Natur aufführte. Die Schule der Baukunst erhielt einschönes Local; in diesem wurde die herrliche Sammlung antiker Orna-mente, aus mehr als 100 Stücken bestehend, welche in Rom durch denArchitekten Joseph Nadi für die Akademie waren abgeformt worden, auf-gestellt. «
»Während dieser Zeit hielt man die Schüler an, nach einer Sammlungvon Köpfen aus den besten Werken der vorzüglichsten Italienischen Mei-ster, von Giotto bis auf Rafael, nach der Antike, und vorzüglich nach derNatur, sowohl ganze Figuren als auch Köpfe, mit der grösten Treue zuzeichnen.«
»Im Januar 1811 wurden die neuen Säle, in welchen nun die Abgüfsetrefflich beleuchtet aufgestellt waren, eröffnet, und mit dem Frühjahr derUnterricht im Malen nach der Natur begonnen.«
»Durch ein Programm vom 1. Juni ward eine Kunstausstellung auf den12. October dieses Jahres ausgeschrieben, welche während fünf Wochendem kunstliebenden Publicum geöffnet blieb.«
»Im Jahre 1812 wurde für die Akademie ein Abgufs des einen der bei-den auf Monte Cavallo zu Rom stehenden Kolosse bestellt, und der Bauzur Vergröfserung des Antikensaales begonnen, bestehend aus einem klei-nern und einem sehr grofsen hohen Saale zur Aufstellung jener kolossalen,de m Phidias zugeschriebenen Statue, und aus zwei grofsen Sälen darüber.r m October machte die Akademie ein Programm der Kunstausstellung des