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KÜNSTAKADEMIE.
als einen neuen Weg einzuschlagen. Ohne hier zu untersuchen, ob dieserAusspruch gegründet ist, ob es rathsam wäre, die Anwendung desselbenauch auf diejenigen auszudehnen, deren Talent einen entschiedenen Auf-schwung genommen hat: so glaube ich doch, dafs derselbe für eine Kunst-akademie nur heilsam sein kann, sofern er in den gehörigen Schranken ge-handhabt wird; ich glaube sogar, dafs er der einzige ist, welchen mangeltend machen soll. Man ist berechtigt anzunehmen, dafs wenn für diegrofsen Talente, die unser Zeitalter verherrlichen, ihr Gedeihen das Ergeb-nis eines solchen Ganges gewesen ist, dieselben Grundsätze gleich heilsamsein müfsen für alle jungen Zöglinge, die sich in die Laufbahn der Kunstwerfen wollen.
In der That, folgende sind die Bildungsstufen, welche die neuere Kunstin Deutschland durchlaufen hat: anfangs war die Antike der Gegenstandihrer Verehrung; dann kam das Altdeutsche und das Giotto'sche, und end-lich ist Jeglicher in die Bahn eingetreten, welche ihm durch seine natür-lichen Anlagen angewiesen war. Diesen Gang haben Cornelius, Wach,Begas, Schnorr, Schick und viele ihrer Mitbewerber genommen. Ist esein Irrthum der Akademie, so theile ich ihn. Ich denke, man mufs dieKunst bei ihrer eigenen Kindheit beginnen. Die Kunst strebt fortwährend,die Schranken des Geschmacks und der Mäfsigung zu überschreiten; diegrösten Meister des klassischen Zeitalters erscheinen in ihren ersten Wer-ken furchtsam und kindlich, und erst fortschreitend sind sie dahin gelangt,die Kunst innerhalb der äufsersten Gränzen auszuüben, welche zu erreichenihnen gegeben war; innerhalb der Gränzen, über welche hinaus die Über-treibung und der üngeschmack sich begegnen: diejenigen aber, die schonbeim ersten Anlaufe diese äufsersten Gränzen erreicht, haben sie auch baldübersprungen. Der ernste und grofsartige Charakter, welchen die äufserenFormen der Meisterwerke des Alterthums ausdrücken, gewährt gewisslichdie besten Vorbilder, um zum Verständnis und zum Gefühle des Styls zugelangen, um eine reine und feste Zeichnung zu gewinnen. Die Vorbilder,
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