JHHnHMMMMHMMHBM
400
MÜNCHEN.
XVIII.
ALBERT GRÄFLE AUS FREIBURG IN BADEN.
Gräfle war im Jahre 1837, wie man mir gesagt hat, etwa 28 Jahre alt.Er hat im Kunstverein ein Gemälde aus dem dreifsigjährigen Kriege aus-gestellt: ein Soldat hält ein junges Mädchen auf seinem Schoofs, und bie-tet einem andern Soldaten Geld dar. Dieses Gemälde unterscheidet sichhinsichts der Darstellung und der Farbenwirkung eben nicht von den mei-sten Genrebildern, an welchen München Überflufs hat, aber in Hinsicht derBehandlung und der Zeichnung ziehe ich es vielen anderen vor.
Gräfte hat im Jahre 1837 auch den Tasso gemalt, auf dem Sterbebetteim Kloster S. Onofrio zu Rom: ein Nachtstück von wahrer und kräftigerWirkung; die Anordnung desselben ist verständig und glücklich.
XIX.
PETER HESS AUS DÜSSELDORF.
Hefs ist einige Jahre älter, als sein Bruder Heinrich; er ist mehr alseine Berühmtheit des Genre, er ist der höchste Gipfel desselben; er istder Horace Vernet von Süddeutschland. Er ist ebenso wohl Pferde- undSchlachtenmaler, als Genremaler; sein Name ist im Auslande, wie im Va-terlande bekannt; seine Berühmtheit ist so grofs, dafs ich nicht weifs, obunter den Künstlern Münchens von allen Fächern es einen einzigen giebt,mit welchem das Publicum sich mehr beschäftigt, als mit ihm.
Seine Schlacht von Arcis sur Aube und sein Tyroler Krieg sind sehrreiche Darstellungen von grofsem Umfange; aber das gröste und eins derschönsten Gemälde von ihm ist der Einzug König Otto's in Nauplia.