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2 (1840) München, Stuttgart, Nürnberg, Augsburg, Karlsruhe, Prag und Wien : mit einem Anhange: Ausflug nach Italien
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MÜNCHEN.

möchte ich niemand rathen, so fern er nicht durch seine natürlichen An-lagen dahin gezogen würde, einer ähnlichen Richtung zu folgen, und ichbeharre auf meiner Meinung: dafs im Allgemeinen das Bestreben, andersund befser zu bilden, als die Natur, nur auf diejenigen Theile der Kunstanwendbar ist, wo die Musterbilder des Dargestellten nirgends zu findensind, wie bei den geschichtlichen Darstellungen des Heldenmuthes der Lei-denschaften, erhabener Tugenden: bei der Landschaft aber besteht dieseSchwierigkeit nicht, und es ist unnöthig, sie hervorzurufen.

Die Zeichnungen, welche ich von Olivier zu sehen Gelegenheit gehabthabe, sind nicht ausgeführt, aber sie tragen das Gepräge der Richtung,welche ich angedeutet habe. Obgleich Oliviers Werke einen ernsten Cha-rakter an sich tragen, so sind sie doch nicht von Reiz entblöfst, und we-nige Landschaften haben einen tiefern Eindruck auf mich gemacht, als dieeben erwähnte.

Olivier ist eins der Häupter der Akademie, und er widmet den Beschäf-tigungen seiner Stelle viel Sorgfalt und Zeit.

Olivier isi ein unterrichteter, ein denkender Mann, er gefällt sich in ab-stracten Gedanken: er ist ein Doctrinair in der Kunst.

Er hat im Jahre 1823 Ansichten von Salzburg in Steindrücken herausgege-ben, welche ebenfalls das Gepräge seiner Künstlerrichtung an sich tragen.

Der hier folgende Holzschnitt ist nach einem dieser Steindrücke gemachtworden, er giebt aber nicht den unterscheidenden Charakter auf genügendeWeise wieder.