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2 (1840) München, Stuttgart, Nürnberg, Augsburg, Karlsruhe, Prag und Wien : mit einem Anhange: Ausflug nach Italien
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MÜNCHEN.

Olivier ist durch seine natürlichen Anlagen getrieben, seine Landschaftenzu idealisieren, sie zur Höhe der Geschichtsmalerei zu erheben, oder zurPoesie, zu einer ernsten Poesie. Seine Compositionen sind tief durchdachtund gefühlt, und zugleich haben sie Anmuth. Er ist der Meinung, dafsdie Malerei niemals die alten Überlieferungen verläfst, ohne Gefahr, inErmangelung des Führers, zu Grunde zu gehen; er will, dafs die Erfah-rung der alten Maler den Neueren zu Gute komme; nach ihm, ist eineneue Bahn minder leicht und minder sicher zu durchlaufen, als eine be-kannte. Seinen Grundsätzen getreu, scheint mir Olivier den Poussin, Do-menichino, Tizian fortsetzen zu wollen, und er thut es auf würdige "Weise.Olivier glaubt, es sind eben diese Grundsätze, welche ihn in der von ihmbefolgten Richtung leiten: ich dagegen meine, es sind vielmehr seine na-türlichen Anlagen, die solche Grundsätze in ihm erzeugt haben (wie der-gleichen sehr häufig vorkömmt), und ich glaube nicht, dafs sie zur allge-meinen Richtschnur einer Malerakademie dienen können und sollen. DieLandschaftsmalerei kennt keinen anderen Führer, als die Natur, und alleinunser eigenes Verständnis, unsere Augen, unsere innigsten Anregungen ver-mögen uns den Sinn derselben aufzuschliefsen: unbedingte Lehrsätze for-dern den Widerstand heraus, und können nur dahin führen, den Meistervon allen Übrigen abzusondern. In der Malerei, wie in der Dichtkunst,giebt es sehr mannigfaltige Wege; die Mode und der Erfolg üben stetsmehr Einllufs auf die Menschen aus, als Lehrsätze, wären diese auch dieweisesten und am meisten in der Vernunft gegründet; die Mittel lafsen sichlehren, die Geistesrichtung und der Geschmack aber lafsen sich weder leh-ren, noch befehlen.

Ich habe wenig von Oliviers Werken gesehen, aber das Wenige, wasich gesehen habe, läfst mich diesen Künstler als einen von denjenigen be-trachten, welche den Spuren der obgenannten alten Meister mit dem mei-sten Erfolge nachgegangen sind. Die Witwe Nies in Frankfurt besitzt vonihm ein ziemlich grofses Gemälde, von welchem ich einen sehr günstigen