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GESCHICHTSMALER.
keine grofse künstlerische Entwickelung zeigt, aber sie trägt im höchstenGrade das Gepräge reiner Eindrücke; in Hinsicht der Gemüthlichkeit undder Einfachheit ist es kaum möglich, etwas besseres zu sehen; die An-muth, die daraus hervortritt, hat ihre Quelle in der Kindlichkeit, welchedas Talent des Grafen Pocci unterscheidet.
Obgleich ich diese Bilder gerade nicht dem Gebiete der Geschichtsma-lerei zueignen möchte, so ist die darin ausgedrückte Einfachheit doch zuhoher Art, und sie enthalten zu viel Poesie, als dafs man sie dem Genrezuweisen könnte; übrigens, vermeine ich, wird kein Künstler sich be-schweren, den Grafen Pocci hier eine Stelle einnehmen zu sehen.
Man könnte finden, dafs er in gewisser Hinsicht nächste Ähnlichkeit mitNeureuther und Schwindt zeigt: aber im Grunde gehört sein Talent keinerandern Abtheilung an: er ganz allein bildet eine für sich.
XLI.
WILHELM RÖCKEL AUS SCHLEISSHEIM, GEBOREN IM JAHRE 1804.
Röckel hat im Neuen Schlofse das Schlafzimmer des Königs gemalt,nach Zeichnungen von Hefs, und im Gesellschaftssaale nach SchwanthalersZeichnungen. Die Bilder des ersten Zimmers sind aus dem Theokrit, diedes letzten aus dem Sophokles genommen; in diesem letzten sind nur zweiGemälde von Hansen ausgeführt, die übrigen alle von Röckel. Das Ge-sellschaftszimmer ist eins von denjenigen, deren allgemeine Wirkung denBlick am meisten erfreut.
In den Arkaden ist das dritte Gemälde, vorstellend die VermählungOtto's des Erlauchten mit Agnes von Hohenstaufen, Pfalzgräfin bei Rhein,im Jahre 1225, von Röckel entworfen und ausgeführt. Die Gesichtsbil-dung der einzelnen Personen dieses Gemäldes ähneln sich auffallend, undder Stempel derselben ist nicht glücklich: die Züge sind auch zu winzig