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MÜNCHEN.
viel Erfolg in diesem Fache zu haben. Erst im Jahre 1828 ging er zuCornelius Schule über; es geschah aber vielmehr, um diese Schule durcheine neue Kunstart zu bereichern, als um daraus den Geschmack und Sinnfür den Geschichtsstyl zu schöpfen. Es sind ganz eigentümliche Anlagen,welche ihn die Richtung einschlagen liefsen, die man ihn mit so viel Glückverfolgen sieht.
Bei seinen Arbeiten im neuen Schloise, wo er einen langen Fries mitBildern aus Wielands Oberon gemalt, hat er die eigentümliche Hülfsquelleseines Talents nicht angewandt, und diese Darstellungen nicht mit Arabes-ken verbunden; was mir sehr Leid thut.
Die ersten Arbeiten, welche er unter Cornelius Leitung gemacht hat, sinddie Blumen und andere Zieraten der Glyptothek. Die Verzierungen ähnli-cher Art und die Trophäen in den Arkaden sind ebenfalls von ihm.
Das Publicum in ganz Deutschland kennt Neureuthern vor allen durchseine in Kupfer gestochenen Bilder, nach Art von Dürers Randzeichnun-gen, welche oft sich den Verzierungen annähern, davon Rafael in den Lo-gen ein Muster gegeben hat, oder den neueren Bücherverzierungen, welcheman gegenwärtig in so grofser Mannigfaltigkeit sieht, und worin die Fran-zosen so viel Geschmack und Leichtigkeit entwickeln. Neureuthers ersteArbeiten dieser Art sind zwei und dreifsig Zeichnungen zu Goethe's Bal-laden. Dieses Unternehmen ist von Seiten des Dichters durch mehrereBriefe voller Lobsprüche und schmeichelhafter Ausdrücke belohnt worden.Diese Briefe sind in Schottky's Buch: »Münchens öffentliche Kunstschätze,«1833 bekannt gemacht *. Neureuther hat auch Randzeichnungen zu Bairi-schen Liedern gemacht. Der hier mitgetheilte Steindruck liefert ein Bei-spiel dieser Art **. Eine andere Unternehmung, welche das Verdienst derZeitgemäfsheit haben sollte, und der man selbst dieses nicht mehr zugeste-hen will, war die Verzierung Französischer Lieder mit solchen Zeichnungen,
Man vergleiche auch den Brief Goethe's an Cornelius, oben S. 193.Siehe die Steindruckheilage.