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2 (1840) München, Stuttgart, Nürnberg, Augsburg, Karlsruhe, Prag und Wien : mit einem Anhange: Ausflug nach Italien
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MÜNCHEN.

Die Erstürmung einer Türldschen Schanze im Jahre 1717, welches Ge-mälde, so wie das vorige, sich über einer Thüre befindet, ist in aller Hin-sicht demselben vorzuziehen; es ist vielleicht sogar das am besten gemalteBild in den Arkaden *.

Minder glücklich ist Monten in dem Gemälde gewesen, welches darstellt,wie der König Maximilian im Jahre 1818 seinem Volke die Verfafsungs-urkunde giebt **.

In dem Pappenheimschen Schlofse bei der kleinen Stadt dieses Namenssieht man von Monten Malereien Grau in Grau. Es sind Jugendarbeiten,und Darstellungen aus der Geschichte dieses alten Geschlechts.

Die Gegenstände sind folgende:

1) Ein junger Fürst von Schwaben, im lOten Jahrhundert, am Hofe desKaisers, hatte eines Tages von der kaiserlichen Tafel ein Stück Kuchengenommen, und wurde dafür von dem Truchsefs gestraft. Aber der Mar-schall Heinrich von Pappenheim-Calatin *** nahm sich des Fürsten an,und entrüstet über die Mishandlung desselben, erschlug er den Truchsefs.Der Kaiser befahl sogleich den Calatin hinzurichten. Dieser bat um Gnade,zu Ehren des grofsen Festes, welches eben gefeiert wurde: als er abersah, dafs der Kaiser unerbittlich war, ergriff er ihn beim Barte und warfihn zu Boden. Der Kaiser bedachte nun, dafs er in der That das Fest durchein übereiltes Todesurtheil gestört hatte, begnadigte und lobte ihn ****.

* Vergleiche die Einleitung S. 93.** Vergleiche die Einleitung S. 95.

*** Das Marschallamt des Deutschen Reichs war seit unvordenklichen Zeiten erblich in demPappenheimschen Geschlcchte.

**** Dieselbe Geschichte enthält eine alte gereimte Erzählung,Kaiser Otto mit dem Barte,"von Konrad von Würzburg, einem der vorzüglichsten Dichter um die Mitte des 13ten Jahr-hunderts. Der Ritter, der den rothen Bart des Kaisers antastete, heifst darin Heinrich vonKempten, und sein junger Schützling ist der Herzog von Schwaben, ohne weitere namentlicheBezeichnung. Dieses noch ungedruckte Gedicht bewahrt eine schöne Handschrift, die um1300 geschrieben, und sich zu Heidelberg unter den Handschriften befindet, welche von derpäpstlichen Regierung im Jahre 1815, durch Preufsische Vermittelung, dieser Stadt zurückge-geben wurden, von wo sie im dreifsigjährigen Kriege nach Rom entführt waren.