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2 (1840) München, Stuttgart, Nürnberg, Augsburg, Karlsruhe, Prag und Wien : mit einem Anhange: Ausflug nach Italien
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GESCHICHTSMALER.

XXXIII.

WILHELM LINDENSCHMIDT AUS MAINZ, GEBOREN IM JAHRE 1806.

Lindenschmidt hat in den Arkaden ein Bild gemalt, welches den HerzogLudwig den Reichen als Sieger bei Giengen im Jahre 1462 darstellt *.Dieses Gemälde scheint mir nicht von angenehmer Wirkung, aber es ver-kündigt eine feurige Einbildungskraft, eine leichte Darstellungsgabe undDreistigkeit.

In dem grofsen Frescogemälde der Kirche von Sendungen bei München,darstellend den Kampf, welchen die Bauern dort gegen die Österreicherim Jahre 1705 bestanden, und worin ihrer achthundert blieben, hat derganze obere Theil des Bildes mich wenig befriedigt: aber die Hauptfigur,der Bauer mit der Streitkolbe in der einen und der-Fahne in der andernHand, ist lobenswürdig.

Lindenschmidt hat auch in der Pinakothek zwei Bilder aus dem LebenLenardo's da Vinci ausgeführt.

Seine Arbeiten im neuen Schlofse scheinen mir diejenigen, welche dasmeiste Lob verdienen. Die Bilder sind aus Schillers Dichtungen genom-men. Es ist das Arbeitszimmer des Königs, das diesem Dichter gewidmetist, und beinahe die Hälfte der darin enthaltenen Gemälde ist von Linden-schmidt entworfen und ausgeführt: die übrigen sind von Folz. Die vonLindenschmidt dargestellten Gegenstände sind aus der Jungfrau von Or-leans, Wallenstein, Wilhelm Teil, Ritter Toggenburg und anderen genom-men, und es sind darunter welche, die ich reizend finde. Es hält schwer,in diesem Zimmer die Arbeiten von Lindenschmidt und Folz zu unter-scheiden.

* Man vergleiche die Einleitung S. 85.