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GESCHICHTSMALER.
minder an anderen gearbeitet. In der Beschreibung des Ganzen, welcheich in einer Beilage am Ende dieses Bandes liefere *, scheide ich den An-theil aus, welchen andere Künstler an diesem grofsen Werke haben, undbezeichne die Gemälde, welche ganz von Hefs sind.
Im Ganzen sowohl, als in einzelnen Theilen, wird man eine grofse Ähn-lichkeit wahrnehmen mit den Werken Giotto's und der übrigen Maler sei-nes Zeitalters, ja selbst mit den Griechischen Malereien und Mosaiken.Man darf nicht vergefsen, dafs die Absicht des Königs und die Bauart derKapelle diese Art der malerischen Behandlung erforderte: gleichwohl scheintes mir aufser Zweifel, dafs schon die angeborene Neigung Hefs dahin treibt,seinen Werken ein, wenn auch nicht ganz so alterthümliches, jedoch demähnliches Gepräge zu geben, und dafs der König, indem er ihm diesenAuftrag ertheilte, weit entfernt, ihm eine seiner Natur widerstrebende Ar-beit aufzuerlegen, viel mehr nur denjenigen unter den Münchener Künstlernerwählte, dem ein solches Werk am meisten zusagte. Diese Bilder habennun etwas von dem Byzantinischen Styl: jedoch sind sie frei von Steifheit,und bringen den tiefsten Eindruck hervor; sie tragen das Siegel der Ein-fachheit und der Hoheit. Die Religion erscheint darin feierlich, in ihrerursprünglichen seligen Reinheit, unbelästigt von der gemeinen Zierlichkeit,von der kampfrüstigen Stärke, von den menschlichen Leidenschaften. Ichentdecke darin das ewige Urbild des Christenthums. Solches tragen dieseGemälde ebenso an sich, wie die Aegineten das Gepräge des Heidenthumsausdrücken. Unsere Gedanken und Gefühle hatten uns von dem Urchristen-thum entfernt: hier finden wir es in seiner ganzen Lauterkeit wieder. Grofsist ein solches Werk, denn es bezeichnet ein Weltalter, eine wichtige Of-fenbarung des allgemeinsamen Gefühls der Menschen. In dem Übergängeeines Zeitalters zum andern kennen wir nur Ungewissheit, Zweifel, ohn-mächtige Anstrengungen und Reue. Die Urgestalt des Christenthums wieder
* Man sehe die Beilage B.