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GESCHICHTSMALER.
Eine dritte ältere Zeichnung, ebenfalls in Fräulein Linders Besitz, stelltdie Apostel Petrus und Paulus dar, wie sie nach Rom schüfen; die sinn-bildliche Gestalt des Glaubens hält das Steuerruder; ein Engel schwebt vorder Barke her, ein anderer folgt ihr.
Von Manchen wird diese Zeichnung allen übrigen vorgezogen: aber michdünkt, man kann Eberle vorwerfen, hier jene Einfachheit und Kindlichkeitder gläubigen Gefühle gesucht zu haben, welche den Vorrafaelischen Ma-lern eigen waren, jedoch dem neueren Künstler nicht so natürlich zu seinscheinen; diese Zeichnung ist nicht frei von Anmafsung und Ziererei. Sieliefert ein Beispiel jener Steifheit, welche man den Deutschen vor zwanzigJahren vorwarf; aber zu gleicher Zeit bewährt sie durch die That, dafsdiese Darstellungsart, diese Auffafsungsweise religiöser Gegenstände, alsDurchgang, die aller fruchtbarste und erfolgreichste ist, die einzige, welcheim Stande ist, das Gefühl rein zu erhalten, den Künstler vor Hochmuth,Nachläfsigkeit und Unverschämtheit zu bewahren. Die Bahn, welche dieMalerei im Ganzen zurückgelegt, hat jeder einzelne Deutsche Künstlerdurchlaufen, und Eberle ist einer derjenigen, die von diesem Gange denmeisten Vortheil gezogen haben. Es sind auch die durch diesen Gang be-zeichneten Lehrsätze, welche die Grundlage der Münchener Schule bilden,ihnen verdankt sie ihre Gröfse und Reinheit.
Fräulein Linder besitzt noch andere minder wichtige Zeichnungen diesesKünstlers. Er ist auch Urheber des Cartons, nach welchem Schimon dieKuppel einer Loge der Pinakothek gemalt hat, nämlich diejenige, derenFelder dem Leben Michelangelo's gewidmet sind; die Skizze dazu, oderrichtiger der erste Umrifs im Kleinen, ist von Cornelius.
Nach den vorgeführten Beispielen ist es vielleicht überflüfsig, noch zusagen, dafs Eberle sich dem Symbolischen und Religiösen zugewandthatte. Diese Richtung stand im Einklänge mit seinem Gemüth und sei-nem Charakter: sie war herbeigeführt durch einen langen und ermü-denden inneren Kampf, und dieser Kampf endigte damit, seinen Ideen,