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2 (1840) München, Stuttgart, Nürnberg, Augsburg, Karlsruhe, Prag und Wien : mit einem Anhange: Ausflug nach Italien
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PETER VON CORNELIUS.

wenn er nicht fest überzeugt wäre, und wenn diese Überzeugung durchdie Behauptungen Anderer erschüttert werden könnte: es liegt etwas vonMichelangelo in dieser Natur. Er ist ein wahrer Reformator, und die Re-formatoren dulden weder Schwierigkeiten noch Widersprüche.

Zuvörderst steht fest, dafs man Cornelius als Künstler nicht wohl beur-theilen kann, wenn man seine Cartons nicht gesehen hat. Sodann, die Wür-digung der einzelnen Werke dieses grofsen Künstlers betreffend, halte ichdafür, dafs er sich nirgends epischer gezeigt hat, als in den Wandgemäl-den der Glyptothek; in keinem Werke eigenthümlicher, als in seinem Faust;in keinem kräftiger, als in den Nibelungen. Die Ruhe, die in seiner divinacommedia herrscht, hat Hoheit und Anmuth. Sein Styl erscheint in dergrösten Reinheit am Heiligen Lukas. Die Vereinigung so vieler ungemeinenEigenschaften wird man als den Charakter der ganzen Schule wiederfinden,und vor allen in Kaulbach, als dem schönsten Ausflufse derselben.

Cornelius ist ein echter Deutscher; es begegnet ihm, sich in die Gegen-stände zu vertiefen und darüber zu grübeln; öfter jedoch ergreift er sie, um-schlingt sie, und schleudert sie, mit dem vollen Glänze seines Genie's be-kleidet, in die Welt. Seine Rede ist nicht umwunden, sein Ton nicht sanft;er ist eigenthümlich kurz und körnig. Cornelius überrascht durch seineschleunigen und unerwarteten Erwiederungen: seine Worte zeigen jedochhäufig auch Annehmlichkeit; er kann anziehend und liebenswürdig sein.Und wie sollte er es nicht? er, bei dem die Kraft mit der Redlichkeit ver-bunden ist. Er steht manchmal unter dem Eindrucke des Augenblicks; aberdiese Stimmung macht ihn nicht ungleich, denn sein Charakter ist sehrentschieden: es verhält sich mit dem leidenschaftlichen, aber starken Men-schen, wie mit dem Weltmeere, welches stets seinen Charakter der Grofs-heit behält, in der Ruhe, wie im Sturme.

Cornelius ist in Düsseldorf geboren, sein Vater war Aufseher der Bilder-galerie, hatte viele Kinder, und war nicht reich. Cornelius ist gegenwär-tig etwa 50 Jahre alt. Von zartester Jugend auf gab er Beweise seiner