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MÜNCHEN.
Vortheil durch die Anwesenheit des Herrn Rauch beschieden, welcherbei seinem ausgezeichneten Talente einer so bedeutenden Mitwirkungin dem herrlichen Münchner Kunstkreise sich nunmehr höchlich zu er-freuen hat.
Sollte es Gelegenheit geben, in Gegenwart Ihro Majestät meiner alseines ehrfurchtsvollen, dankbaren Angehörigen schicklich zu gedenken, sobitte ich, solche nicht vorbeigehen zu lafsen, auch deshalb, wie fürso manche andere Gefälligkeit, meiner schuldigen Verpflichtung sich selbstüberzeugt zu halten.
Mich mit vorzüglicher Hochachtung unterzeichnendEw. Hochwohlgeboren
gehorsamster DienerGoethe.Weimar, den 26. September 1828.
Es dürfte anziehend sein, Cornelius in Betracht seiner gesammten gei-stigen Eigenschaften zu würdigen, den Menschen, wie den Künstler, ken-nen zu lernen.
Cornelius ist der Heuchelei unfähig; er will nicht anders erscheinen, alser ist; er scheint frei von Kleinlichkeit, aber nicht von Stolz, in hohemSinne genommen. Er ist gemüthlich, aber seine Gemüthlichkeit verbindetsich auf eine glückliche Weise mit der Kräftigkeit seines Wesens. Er istwahr, leidenschaftlich, stark: gleichwohl sind ihm die zärtlichen Empfin-dungen nicht fremde; seine künstlerische Laufbahn hat Beweise davon ge-geben, und in seinen Werken entdeckt man häufig Spuren derselben. Nichtsdesto weniger sind Kraft und Stärke die Grundzüge seines Talents. Erwill immer billig sein. Seine Meinungen über die verschiedenen Richtun-gen der Kunst können, wie man sich wohl denken wird, nicht anders alswohl überlegt sein, und er behauptet seine Aussprüche, wie ein Mann, dersicher ist, dafs er Recht hat. Er würde nicht so grofs sein, wie er ist,