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2 (1840) München, Stuttgart, Nürnberg, Augsburg, Karlsruhe, Prag und Wien : mit einem Anhange: Ausflug nach Italien
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PETER VON CORNELIUS.

Vorbilde zu entfernen. Ebenso verhält es sich mit den Heldengestaltender Nibelungen; Cornelius ist es, der die Muster zu Siegfried, Chriemhild,Brunhild, Hagen, Volker, gebildet hat, und die Künstler, die sich diemeiste Mühe geben, von ihm abzuweichen, können doch nicht vermeiden,an ihn zu erinnern. Diese Gestalten sind allen Herzen eingegraben, wiedie der Propheten und der Apostel, und sie hören auf wahr zu erschei-nen, wenn sie nicht den Urbildern gleichen, Avelche Cornelius Genie fürsie aufgestellt hat.

Um die Gegenstände der divina commedia darzustellen, hat Corneliusvon Giotto und Fiesole den Pinsel entlehnt, und man möchte sagen, erhabe den seinen ganz ruhen lafsen: aber ich sage vielleicht zuviel; mansieht nur, dafs er diese grofsen Vorbilder gekannt und sie bewundert hat.Wenn man seine anderen Werke betrachtet, so begreift man nicht, wie erm diesen Bildern zum Dante so viel Ruhe, so viel Lieblichkeit, so vielKindlichkeit und Einfalt zu zeigen vermochte.

In den aus dem Evangelium genommenen Gegenständen erstaunt micham meisten das Gepräge der Grofsheit, das ihnen aufgedrückt ist; hier istWahrhaft sinnbildliche Malerei, hier ist Geschichte und hohe Dichtung, undman erkennt die Heiligkeit des Gegenstandes an überlieferten Zeichen undBildungen, welche das Genie des Malers noch zu steigern vermag.

Wir wollen nun die einzelnen Werke des Cornelius durchgehen, um dannnoch auf die Betrachtung des grofsen Geistes zurückzukommen, welcherder Schöpfer derselben ist.

Seine ersten Versuche sieht man in der Kuppel der Kirche zu Neufs beiDüsseldorf. Die riesengrofsen Gestalten sind grau in Grau gemalt. Cor-nelius war damals erst neunzehn Jahre alt. Diese Arbeiten sind unvoll-kommen, aber sie verkündigen schon das Gewaltige, das die unterschei-dende Eigenschaft seines Talents ist.

Genau genommen, sind die Darstellungen nach Goetlie's Faust als dieersten Hervorbringungen von Cornelius zu betrachten, welche einen ent-