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2 (1840) München, Stuttgart, Nürnberg, Augsburg, Karlsruhe, Prag und Wien : mit einem Anhange: Ausflug nach Italien
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MÜNCHEN.

Anmuth, für die Lieblichkeit, für die zärtlichen Gefühle, und er hat auchmit Glück sie darzustellen gewust.

Das alte Testament, Homer, Dante, die Nibelungen, Goethe, die Alt-deutschen Dichter und das Evangelium, haben wechselsweise seinen Pin-sel belebt; und dürfte ich die Stufen der Zuneigung aufsuchen, die zwi-schen diesen mannigfaltigen Quellen der Begeisterung und Cornelius be-stehen, so würde ich etwa finden, dafs Homer es ist, zu welchem er ammeisten hingezogen wird, und dafs es Faust ist, den er mit dem meistenFeuer und Eigenthümlichkeit dargestellt hat. Hier, in dem Faust, ist eineArt der Darstellung, von welcher er sicherlich der Schöpfer ist; obgleichdie Gegenstände aus Goethe's Gedichte genommen sind, so hat Corneliusihnen jedoch ein neues eigenthümliches Leben gegeben. Man könnte sa-gen, dafs Kolbe, Bury, Catel in Berlin, und Koch in Rom ihm auf der ro-mantischen Bahn vorangegangen sind; der Zeitrechnung nach, war es nurwenige Jahre früher, und hinsichts der Bedeutung und Beschaffenheit derWerke ist das Übergewicht dermafsen auf Seiten des Cornelius, dafs manjene nur als die Vorläufer seiner riesenmäfsigen Hervorbringungen betrach-ten kann, und gewiss ist, dafs er dieser Richtung der Kunst in Deutsch-land das Siegel der Grofsheit aufgedrückt hat, welches sie auszeichnet.

In seinen Nibelungen hat er eine Kraft entfaltet, welche etwas Harteshat; aber diese Gewalt hat zugleich etwas Grofsartiges. Das Gemüth wirdmanchmal unangenehm davon berührt, aber es wird zugleich dadurch er-griffen. Man weifs nicht, ob in der Bewegung, welche der Anblick die-ser Darstellungen erzeugt, mehr Bewunderung oder mehr Überraschungherrscht. Wir werden auf diesen Gegenstand zurückkommen.

Cornelius ist es, der die Urbilder der Hauptgestalten in Goethe's Gedichtund in den Nibelungen geschaffen und festgestellt hat. Alle Welt stelltsich Faust, Mephistopheles, Gretchen so vor, wie Cornelius sie hervor-gerufen hat, und die Künstler, welche nach ihm denselben Gegenstandbehandelt, haben es nicht gewagt oder nicht vermocht, sich von seinem