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2 (1840) München, Stuttgart, Nürnberg, Augsburg, Karlsruhe, Prag und Wien : mit einem Anhange: Ausflug nach Italien
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IN IHRER GESAMMTHEIT.

Wir werden hier nur von der Geschichtsmalerei reden; denn sie ist esnicht nur, der die Münchener Schule ihre Berühmtheit verdankt, und inwelche sie ihre ruhmvolle Bestimmung setzt, sondern es ist auch eben die-ser Theil der Kunst, in welchem diese Schule ein ganz besonderes Geprägedarbietet. Sie hat einen überaus strengen, erhabenen und ernsten Charak-ter, und unterscheidet sich durch eine ungeheure Fruchtbarkeit. DieseFruchtbarkeit äufsert sich in mancherlei Richtungen, je nach dem beson-deren Genie der einzelnen Künstler: aber alle diese Richtungen haben dasErhabene und das Ideale zum gemeinsamen Ziele, und es sind die symbo-lischen Darstellungen, welche sich der grösten Gunst zu erfreuen haben.

Die Kraft, womit das Talent des Cornelius ausgerüstet ist, nimmt in sei-nen Werken bald eine antike, bald eine romantische Gestalt an, je nach-dem der Gegenstand ist, welchen er behandelt; die Poesie hat den gröstenTheil an seinen Gebilden; sein Gebiet ist das Heldengedicht: jedoch herrschtdiese Richtung nicht ausschliefsend bei ihm.

Schnorr ist ein echter Deutscher. Die romantische Poesie scheint denmeisten Reiz für ihn zu haben. Wir werden den Beweis davon in seinenWerken finden. Er scheint sich vielmehr zu den heftigen Bewegungenund zu den Offenbarungen der Kraft aufzuregen, als davon hingerifsen zuwerden: aber die Schönheit der Gestalten und der Stellungen, eine frucht-bare Einbildungskraft, und Leichtigkeit der Darstellung scheinen seinem Ta-lent eigenthümlich.

Heinrich Hefs ist durch seine natürliche Anlage dazu bestimmt, der Ma-ler des Evangeliums zu sein. Bei ihm sehe ich die sanften Regungen vor-herrschen, die Liebe, die zärtlichen und innigen Eindrücke, das religiöseGefühl.

Cornelius scheint mir mehr darauf bedacht, den grofsen, von seiner Ein-bildungskraft erzeugten Ideen erhabene Formen zu geben, als die Schön-heit und Tiefe gefühlvoller und inniger Stimmungen auszudrücken oderrichtiger gesagt, er stellt mit Glück die äufsere Schönheit dar, die Schönheit

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