133
ARBEITEN DES KÖNIGS.
mehr als irgend ein andrer nur das Ergebnis des allgemeinen Geschmackseiner Zeit und eines Landes zu sein scheint, nicht aber einer angenomme-nen Regel.
Diese Kirche ist vielleicht der wichtigste Bau in Gothischer Art, welcherin unseren Tagen unternommen worden. Die Wiedererweckung, der Glas-malerei ist ein Ruhm und eine Wohlthat unsers Zeitalters, und nirgendshat man neuerlich dieselbe in einem so grofsen Maafsstabe angewandt, alsin München, und namentlich in dieser Kirche.
Die Gemeinde der Vorstadt Au hat diese Kirche nach dem Entwurf undunter der Leitung des Baumeisters Ohlmüller auf ihre Kosten bauen lafsen.Die gemalten Glasfenster sind ein Geschenk des Königs. Dieser grofse undwichtige Bau hat, wenn ich mich recht erinnere, nicht mehr als 200,000Gulden gekostet: man begreift kaum, wie es möglich ist.
XI.
DAS ODEON ODER DER CONCERTSAAL.
Dieser Saal befindet sich in einem grofsen Gebäude, welches das Gegen-stück zu dem Leuchtenbergischen Palast bildet. Beide sind von einfacherBauart; die Verhältnisse sind regelrecht und genügend. Beide sind auchvon Klenze gebaut.
Die Decke des Otleons ist mit Frescomalereien von Eberle und Kaulbachgeziert, welche zu den ersten Versuchen dieser Art in München gehören,und schon um 1825 gemacht sind.