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FRANKFURT, STADELSCHE STIFTUNG.
hat mir viel Vergnügen gemacht, bei ihm andere kleinere Gemälde, so wieZeichnungen und Entwürfe in Öl zu sehen. Ich finde in seiner Susannaim Bade viel sehr lobenswerthes. Das Gemälde, welches er im Jahr 1834in Berlin ausstellte, hat nicht minder Verdienst. Es stellt einen jungenJuden in Husarentracht vor, wie er aus dem Französischen Feldzug in dasälterliche Haus zurückkehrt. Alles auf diesem Gemälde soll die JüdischenSitten vor Augen stellen. Oppenheim selber gehört dieser Religion an undscheint ihr sehr zugethan zu sein. Diese Gesinnung malt sich in seinemBilde, und er hat sie zeigen wollen. Der Knabe in der einen Ecke desGemäldes, der sich zu fürchten scheint, den dort stehenden Säbel des Krie-gers anzurühren, würde von jedem andern ein Gemeinplatz und ein übelangebrachter Spafs sein: aber von Oppenheim selber, und auf diesem Ge-mälde, in Gegenwart des Kriegers, dessen Narbe seine Tapferkeit bezeugt,scheint mir dieser kleine Nebenzug geistreich; es ist gerechter Vorwurffür alle diejenigen, die einen häufig wiederholten Spafs immer noch er-götzlich finden, und sich um so lieber der gemeinen Meinung zugesellen,als sie keine eigene haben; es ist ein ihnen hingeworfener Knochen, daranzu nagen. Dieses Gemälde ist durch Herrn Zimmermann in Heidelbergfür 1000 Gulden gekauft, und zum Geschenke für Herrn Rieser in Ham-burg bestimmt, dessen Schriften die bürgerliche Gleichstellung seiner Jü-dischen Glaubensgenossen, besonders im Badischen Lande, zum Zielehaben.
Susanna im Bade gehört hinsichtlich des Gegenstandes zur Geschichts-malerei; aber hinsichtlich der Behandlung, des Colorits und der Ausfüh-rung der Nebenwerke nähert sie sich den Bildern der alten Flamänder, na-mentlich des einen der Breughel. Dieses Gemälde besitzt Herr Karl vonRothschild in Frankfurt.