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FRANKFURT, STÄDELSCHE STIFTUNG.
Die Ähnlichkeit ist so grofs, dafs ich wenige Stunden, nachdem ich dasGemälde gesehen, anderswo, beim Anblick einer Zeichnung desselben, einenSteindruck nach dem Frate zu sehen wähnte. Die Farbe dieses Gemäldesist weich und harmonisch: aber die Gestalten und Gewänder scheinen keinefeste Grundlage zu haben. Das Ganze hat den Anschein einer schwachenGlasur, bei welcher die Farben zu sehr gespart, und das Öl verschwen-det ist. Übrigens ist dieses Bild keinesweges ohne Verdienst, und zeich-net sich durch eine einnehmende Einfachheit und Ruhe aus. Indem diesesGemälde mit einem Werke des Frate verglichen wird, so ist damit auchgesagt, dafs es Styl hat.
Unter allen Werken, welche ich von Veit gesehen habe, ist das bedeu-tendste, ohne Widerrede, sein Wandgemälde in dem Bartoldi-Saale zu Rom.In diesem Bilde erkennt man, mehr als in irgend einem andern, wie nach-denkend dieser Künstler ist, wie viel richtiges Gefühl und Geschmack erhat, wie richtig und schön seine Zeichnung ist.
Obschon die erste Annäherung dieses Künstlers kalt ist, so nimmt je-doch sein Äufseres für ihn ein: seine Züge sind schön, sein Antlitz istsanft und würdevoll; und wenn es auch nicht Hingebung ausdrückt, undauf den ersten Blick nicht zu lebhaftem Mitgefühl einladet, so verschwin-det diese anscheinende Gleichgültigkeit doch bald bei näherer Bekanntschaft.Sein Benehmen ist eben so edel, als seine Gestalt, und alles an ihm ver-kündigt die Gewohnheit der guten Gesellschaft.
Ich habe in Frankfurt auch den Maler Moritz Oppenheim kennen ge-lernt, der voll Eifer für die Kunst, und mit Talent ausgerüstet ist; er ver-bindet mit diesen Eigenschaften als Maler Gemüth und wohlwollende Zu-vorkommenheit. Er ist Geschichtsmaler: indessen nähern sich seine Bilderin mehrfacher Hinsicht dem Genre. Es befindet sich von ihm in Frank-furt ein grofses Geschichtsgemälde, welches mir wenig zusagte: aber es