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1 (1836) Düsseldorf und das Rheinland : mit einem Anhange: Ausflug nach Paris
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DÜSSELDORF, LANDSCHAFTER.

im Allgemeinen der Landschafter seine Darstellungen aus der Natur, oderwenn man will, aus dem Modelle schöpfen mufs, und dafs zugleich beider Ausführung des Gemäldes die Natur allein zum Vorbilde dienen mufs.Die besonderen Schwierigkeiten, welche den Geschichtsmaler in dieser Hin-sicht bei jedem Schritte aufhalten, sind für den Landschafter in der Thatgar nicht vorhanden. Die Umrifse in einer Landschaft sind unbeweglich,und die Wirkungen des Lichts erneuen sich oder verlängern sich genug-sam, um bis auf einen gewissen Punkt durch eine rasche Skizze ergrif-fen und festgehalten zu werden. Die thätigste Einbildungskraft, das mäch-tigste Genie werden nimmer schönere Wirkungen ersinnen, als die Naturmit so grofser Mannigfaltigkeit hervorbringt; der Schöpfer kennt für dieDarstellung keinen Nebenbuhler, und die Sonne vertheilt auf seinen gro-fsen Gemälden Licht und Schatten stäts im richtigen Verhältnisse. Esscheint mir demnach, dafs der Landschafter seinen Ehrgeiz darauf be-schränken dürfte, die Natur darzustellen; und ich glaube, dafs die Land-schaften nimmer schöner und wahrer sein werden, als wenn sie das Ab-bild eines gegebenen Gegenstandes und Augenblickes sind. Diese Auf-gabe, ich weifs es, ist nicht leicht; denn die Wirkungen des Lichts, ob-schon sie nicht immer nur augenblicklich sind, dauern jedoch selten solange, dafs eine Landschaft in allen ihren Einzelheiten mit völliger Ge-nauigkeit gleichsam durchgezeichnet werden könnte: aber die Einbildungs-kraft und die Erinnerung kommen hier mächtig zu Hülfe; und im Nothfallekönnen e.inzele Studien aus anderen Augenblicken und selbst von anderenOrten hier, zwar unvollkommen, dasjenige ergänzen, was dem Auge oderdem Gedächtnisse entschlüpft; auf jeden Fall ist zu wünschen, dafs derMaler sich mehr durch die Erinnerung, als durch die Einbildungskraft lei-ten lafse. Wenn ein Gemälde nicht das treue Abbild einer wirklichenLandschaft ist; wenn es nicht den Gesammteindruck davon wiedergiebt;wenn es vernachläfsigt, die mannigfaltigen Theile derselben in richtige Be-ziehung zu setzen; kurz, wenn es nicht einen gegebenen Gegenstand und