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1 (1836) Düsseldorf und das Rheinland : mit einem Anhange: Ausflug nach Paris
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DÜSSELDORF, GENREMALER.

XIV.

GERHARD VON REUTERN.

Der Baron Gerhard von Reutern aus Liefland begab sich im Jahr 1835nach Düsseldorf, um sich mit den Handgriffen der Ölmalerei vertraut zumachen, und um die Vorbilder zu benutzen, welche diese- Schule darbie-tet. Er hat lange in Kriegsdiensten gestanden, und in der Schlacht vonLeipzig den rechten Arm verloren. Seitdem hat er die linke Hand dafürum so mehr geübt, und es darin so weit gebracht, dafs die unglücklicheVerstümmelung gar nicht zu merken ist. Zeichnen und malen lernte erallein von der Natur, und niemals hat ein Schüler dem besten aller Mei-ster mehr Ehre gemacht.

Unter dieser Leitung hat er einen Grad von Geschicklichkeit und eineArt des Talents entwickelt, welche durchaus unabhängig sind von jederSchule, von der Mode, von dem Zeitgeiste. Reutern wäre geworden, waser ist, und wenn er auch zu Rafaels oder der Carracci Zeit gelebt hätte,oder in dem Lande der Teniers, oder Davids, oder zu München, wo Cor-nelius der ganzen Schule einen mächtigen Anstofs giebt, oder zu Düssel-dorf, wo mehrere grofse Talente ihre Wirkungen unter dem wohlthätigenEinflufse Schadows vereinigen. Goethe war es, der zuerst in ihm ein aus-gezeichnetes Talent erkannte; bis an seinen Tod hat er nicht aufgehört,ihm Rath zu ertheilen und ihm seine Zuneigimg zu bezeugen.

Reuterns Talent hat etwas von Holbein. Dieser fafste die Gegenständezwar mehr geschichtlich auf: aber in Hinsicht der Wahrheit, meine ichnicht, dafs Reutern diesem grofsen Meister weicht. Er hat weniger Styl,aber seine Zeichnung ist leichter und malerischer. Die Manier, das Er-zwungene, der Hochmuth, die Übertreibung der Kraft oder der Anmuthliegen ihm vielleicht ferner, als irgend anderen lebenden Malern, selbst