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DUSSELDORF, ÜBERGANG ZUM GENRE.
streben soll. Die bedeutenden, und ernsten Gegenstände vor allen sind ihrEigenthum: indessen sind die Heiterkeit und die Anmuth innerhalb derGränzen des Geschmacks, der Bescheidenheit und der zugleich edlen undzarten Empfindungen, nicht davon ausgeschlofsen; wie die Galathea vonRafael und die Aurora von Guido bezeugen. Eine der nothwendigstenEigenschaften eines Geschichtsbildes ist der Styl, und unter Styl versteheich Würde verbunden mit Einfachheit und Gröfse *. Die Erfindung undAusführung, der Gegenstand und alle Theile des Gemäldes müfsen einevollkommene Übereinstimmung und Gleichartigkeit zeigen. Die Übertrei-bung der Kraft, welche immer ein Zerrbild liefert, und die Übertreibungdes Zierlichen, die immer Zierrerei ist, sind gleichmäfsig zu vermeiden;denn selbst wenn der dargestellte Gegenstand eine Dichtung ist, eine Al-leo-orie, ein Myster, so mufs der Gedanke des Geschichtsmalers doch im-mer wahr, erhebend, sinnig und tiefgefühlt sein.
* Man gebraucht das Wort Styl selbst in der Malerei noch in einem andern Sinne. Wennman dasselbe mit einem Beiworte begleitet, wie Rafaelisch, großartig, Byzantinisch u. s. w.,so bedeutet es die Art und Weise der Behandlung:- aber auch in dieser Fafsung bezeichnetes immer einen gewissen Adel; und mit Unrecht würde man von einem Style Breughels,Ostade's und selbst De Potters reden, welcher Reiz auch den Werken des letzten aufgedrücktsei: wohl dagegen kann man dem Claude einen Styl beilegen. So bezeichnet also Styl inder Malerei immer irgend eine edle und hohe Eigenschaft; und wenn man schlechthin sagt:»dieses Gemälde hat Styl« ohne ein Beiwort hinzuzufügen, so sagt man damit, dafs diesesGemälde von Würde, Gröfse und Einfalt durchdrungen ist.